Wirtschaft

Automobile Französische Opel-Mutter schreibt trotz Corona-Krise schwarze Zahlen / Deutsche Marke mit 53,1 Prozent Absatzrückgang

PSA-Konzern rettet sich in die Gewinnzone

Paris/Rüsselsheim.Ungeachtet eines coronabedingten Einbruchs bei Umsatz und Gewinn hat der Opel-Mutterkonzern PSA im ersten Halbjahr schwarze Zahlen geschrieben. Die Sparte mit Opel und Vauxhall trug mit 111 Millionen Euro zum Betriebsergebnis bei, wie PSA-Finanzvorstand Philippe de Rovira am Dienstag sagte. „Opel war in der Lage, seine Widerstandsfähigkeit zu zeigen“, resümierte Konzernchef Carlos Tavares

Die Franzosen mit den Stammmarken Peugeot und Citroën hatten wegen der Corona-Krise im März die Produktion in 15 Autowerken, darunter auch bei Opel, gestoppt und ab Mai wieder schrittweise hochgefahren. Anders als der heimische Konkurrent Renault, der wegen Finanzproblemen auf einen staatlich garantierten Kredit von fünf Milliarden Euro zurückgreifen kann, habe man nicht nach Staatshilfen gefragt, wie Tavares betonte.

Vor der geplanten Fusion mit dem italienisch-amerikanischen Hersteller Fiat Chrysler (FCA) mit den Marken Alfa Romeo, Dodge, Jeep oder Maserati signalisierte Tavares, auf Bedenken der Brüsseler EU-Wettbewerbshüter einzugehen. „Falls wir irgendetwas lösen müssen, werden wir es lösen“, sagte er.

Streit mit der EU

Die EU-Wettbewerbshüter hatten vor gut einem Monat Bedenken geäußert und eine vertiefte Prüfung des Deals eingeleitet, die ursprünglich bis zum 22. Oktober dauern sollte. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte nun, dass die Frist ausgesetzt wurde. Der Grund blieb zunächst offen. Nach Brüsseler Einschätzung hätte der neue Konzern im Segment der Lieferwagen bis 3,5 Tonnen in vielen Ländern hohe Marktanteile

Der Umsatz von PSA sank von Januar bis Ende Juni gemessen am Vorjahreszeitraum um 34,5 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro. Der auf den Konzern entfallene Nettogewinn betrug 595 Millionen Euro nach 1,83 Milliarden Euro zuvor. Opel-Chef Michael Lohscheller sieht die Corona-Krise für die Autobranche und sein Unternehmen noch nicht überwunden. Im ersten Halbjahr wurden nur noch gut 266 000 Autos der Marken Opel und Vauxhall verkauft, der Absatzrückgang von 53,1 Prozent fiel deutlich stärker aus als bei den anderen Konzernmarken.

Lohscheller kündigte in Rüsselsheim an, den Umbau des einst von General Motors übernommenen Autobauers zu beschleunigen. Tavares bestätigte die Absicht, in Frankreich und Deutschland Fabriken zur Fertigung von Batteriezellen aufzubauen. In Deutschland ist die Produktion bei Opel in Kaiserslautern geplant, sie soll dort 2024 beginnen. Geplant sind Investitionen von rund zwei Milliarden Euro. dpa

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