Wirtschaft

Tabak Umsatz steigt auf rund 580 Millionen Euro

Raucher steigen um auf E-Zigaretten

Archivartikel

Dortmund.Die Nachfrage nach E-Zigaretten ist erneut deutlich angestiegen. Der Umsatz mit den tabakfreien Produkten sei im vergangenen Jahr um 38 Prozent auf schätzungsweise 580 Millionen Euro gestiegen, teilte der Verband des eZigarettenhandels gestern auf der Fachmesse Intertabac in Dortmund mit. Damit hat sich der Wert binnen zwei Jahren mehr als verdoppelt – 2015 lag er noch bei 270 Millionen (2016: 420 Millionen). „Es geht steil nach oben“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Dac Sprengel. Immer mehr Raucher stiegen um auf E-Verdampfer.

Forscher warnen

Eine wirtschaftliche Gefahr für die Tabakhersteller? Jan Mücke, Sprengels Pendant beim Deutschen Zigarettenverband, schüttelt den Kopf. Zum einen vertrieben Tabakkonzerne inzwischen auch die Elektroalternative – als „Ergänzung des Produktportfolios“, so Mücke. Die Verdampfer seien aber noch eine Nische. Zum Vergleich 2017 lag der Umsatz mit normalen Zigaretten und anderen Tabakprodukten bei knapp 26 Milliarden Euro. „Es wird die klassische Tabakzigarette noch sehr, sehr lange geben“, sagte Mücke.

Nach Angaben des Verbandes sind tabakfreie E-Zigaretten „mindestens 95 Prozent weniger schädlich“ als normale Zigaretten. Wissenschaftler sehen solche Aussagen mit Skepsis. Zwar bestätigt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), dass die E-Verdampfer „wahrscheinlich deutlich weniger schädlich sind als herkömmliche Zigaretten“. Es wird aber befürchtet, dass durch die E-Zigaretten die Motivation zum völligen Rauchstopp und damit zum Ende einer Sucht sinkt. Unklar ist auch, wie viele Raucher die E-Zigaretten zum Umstieg nutzen – und wie viele sie bloß zusätzlich verwenden.

Hinzu kommt, dass auch junge Menschen unter den Konsumenten sind: Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist zu hören, die E-Zigaretten seien ein potenzielles Einfallstor für Nikotinsucht. dpa