Wirtschaft

Tarif Proteste gegen Einschnitte bei Löhnen

Real-Streik trifft 140 Filialen

Berlin/Düsseldorf.Mehrere tausend Mitarbeiter der Supermarktkette Real haben gestern nach Angaben der Gewerkschaft Verdi die Arbeit niedergelegt. Damit protestierten sie gegen Einschnitte bei den Löhnen neueingestellter Mitarbeiter. „Wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger in Berlin. Trotz der Streiks blieben aber alle Läden geöffnet, wie das Unternehmen mitteilte.

Die Gewerkschaft hatte die rund 34 000 Beschäftigten der Supermarktkette für den gestrigen Tag deutschlandweit zum Streik aufgerufen. Demnach beteiligten sich Mitarbeiter in etwa der Hälfte der 281 Real-Filialen – also 140 – an den Streikaktionen, Demonstrationen und Kundgebungen.

Metro-Chef verteidigt Schritt

Auslöser für den Streik war die Entscheidung der Unternehmensleitung, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden und stattdessen neu eingestellte Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV zu bezahlen – dieser ist für das Unternehmen deutlich günstiger. Das bedeute für die Betroffenen durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld, betonte Nutzenberger.

Der Chef des Real-Mutterkonzerns Metro, Olaf Koch, wirft dagegen der Gewerkschaft vor, Tarifverhandlungen über eine wettbewerbsfähige Entgeltstruktur bei der angeschlagenen Supermarktkette jahrelang blockiert zu haben. Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie viele Wettbewerber zu tragen hätten. Das sei für Real nicht mehr tragbar gewesen, verteidigte Koch erst kürzlich den Schritt des Unternehmens. Real bezahle nun neueingestellte Mitarbeiter marktgerecht. Bereits vor dem Tarifwechsel eingestellte Mitarbeiter hätten keine Einbußen.