Wirtschaft

Konjunktur IWF hebt Prognose für Weltwirtschaft an

Rezession schwächer als erwartet

Washington/Mannheim.Die Weltwirtschaft dürfte den Corona-Schock nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) etwas besser verkraften als zunächst befürchtet. In diesem Jahr sei mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um rund 4,4 Prozent zu rechnen, hieß es am Dienstag in einer neuen IWF-Prognose. Damit hob der Währungsfonds seine Vorhersage vom Juni um 0,8 Prozentpunkte an. „Wir gehen von einer etwas weniger heftigen, aber immer noch tiefen Rezession aus“, erklärte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath.

ZEW-Erwartungen fallen deutlich

Dank beispielloser Konjunkturhilfen und geldpolitischer Unterstützung hätten die großen Volkswirtschaften die Folgen der Corona-Krise im zweiten Quartal besser bewältigt als angenommen, so Gopinath. Eine Wiederholung einer „Finanzkatastrophe“ wie während der letzten großen Weltwirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 habe dadurch bislang verhindert werden können. Allerdings bleibt der Ausblick trübe. Die Erholung ab kommendem Jahr werde „langsam, ungleich, unsicher und anfällig für Rückfälle“ sein, betonte der Währungsfonds. Die Wachstumsprognose für 2021 senkte der IWF vor allem wegen anhaltender Belastungen durch die Corona-Krise um 0,2 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent.

Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Oktober angesichts der wieder größeren Corona-Unsicherheiten überraschend deutlich eingetrübt. Wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte, fiel der von ihm erhobene Indikator um 21,3 auf 56,1 Punkte. Der Indikator liegt damit zwar weiter im positiven Bereich. „Die große Euphorie der Monate August und September scheint aber verflogen zu sein“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. „Die zuletzt stark gestiegene Zahl der Corona-Infektionen lässt die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung ansteigen.“ Hinzu komme die Aussicht auf einen Brexit ohne Handelsvertrag.

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