Wirtschaft

Commerzbank Hohe Kosten für Umbau und Risikovorsorge

Rote Zahlen und Sparkurs

Archivartikel

Frankfurt.Die Commerzbank hat das dritte Quartal mit Verlust abgeschlossen. Unter dem Strich stand ein Minus von 69 Millionen Euro nach 297 Millionen Euro Gewinn ein Jahr zuvor. Das teilte der Frankfurter MDax-Konzern am Donnerstag mit. Für die ersten neun Monate summierte sich der Verlust auf 162 Millionen Euro – nach 681 Millionen Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum.

Für das Gesamtjahr 2020 rechnet der Vorstand weiterhin mit einem Verlust. Unter anderem die deutlich höhere Vorsorge für mögliche Kreditausfälle in der Corona-Krise und Kosten für den Konzernumbau belasten – so auch im dritten Quartal. Analysten gehen davon aus, dass die Commerzbank erst 2022 wieder die Gewinnzone erreichen wird.

Bei dem Institut, dessen größter Anteilseigner seit der Finanzkrise 2009 der deutsche Staat ist, laufen seit Monaten Diskussionen über eine Verschärfung des Sparkurses. Erwartet werden angesichts fortschreitender Digitalisierung drastische Einschnitte im vergleichsweise dichten Filialnetz und ein weiterer Stellenabbau. Allerdings mussten erst zentrale Personalien geklärt werden: Konzernchef Martin Zielke verlässt das Institut nach harscher Kritik von Investoren zum Jahresende, Nachfolger wird zum 1. Januar 2021 der bisherige Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof. 

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