Wirtschaft

Luftverkehr Michael O’Leary zieht sich zurück / Airline mit Verlust

Ryanair-Chef gibt Tagesgeschäft ab

Dublin.Niedrigere Ticketpreise haben der irischen Fluggesellschaft Ryanair im dritten Quartal einen Verlust eingebrockt. Zudem warnte der Branchenriese gestern davor, bei einem weiteren Rückgang der Preise könnten möglicherweise auch die erst kürzlich reduzierten Jahresziele verfehlt werden. Dies gelte besonders im Fall eines ungeregelten Austritts Großbritanniens aus der EU. Ryanair kündigte zudem an, dass sich Michael O’Leary als Chef aus dem Tagesgeschäft zurückziehen werde.

Im dritten Geschäftsquartal (bis 31. Dezember) machte Ryanair einen Verlust in Höhe von 19,6 Millionen Euro, wie die Gesellschaft mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von knapp 106 Millionen Euro ausgewiesen. Die Börse reagierte auf die neuen Zahlen prompt: Die Ryan-air-Aktie fiel gestern um 2,8 Prozent.

Außer sinkenden Ticketpreisen belasteten nach Angaben des Konzerns höhere Personalkosten und Kerosinpreise sowie Entschädigungszahlungen für verspätete und ausgefallene Flüge den Gewinn. Mitte Januar hatte der irische Billigflieger ein weiteres Mal die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Es war die zweite Gewinnwarnung innerhalb kurzer Zeit. Bereits im vergangenen Oktober hatte Ryanair wegen Streiks und teurerem Kerosin die Erwartungen verringert.

Veränderungen gefordert

Gestern kündigte das Unternehmen einen Umbau der Geschäftsführung an. Airline-Chef Michael O’Leary wolle sich aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und künftig die neue Ryanair-Gruppe leiten. Sie soll die vier Fluggesellschaften Ryanair DAC, Laudamotion, Ryanair Sun und Ryanair UK unter einem Dach vereinen. O’Leary werde sich um die Entwicklung der Gruppe, die Kostenreduktion, Flugzeugbestellungen und mögliche Übernahmen kümmern. Ein Nachfolger für die Führung von Ryanair DAC soll nach Angaben des Unternehmens im Laufe des Jahres bestimmt werden.

Auch der bisherige Verwaltungsratsvorsitzende David Bonderman soll seinen Posten im nächsten Jahr räumen, hieß es weiter. Investoren hatten eine Veränderung im Management bereits seit längerem gefordert. dpa