Wirtschaft

Thomas Cook Summe von 250 Millionen Euro gemeldet

Schaden bei Urlaubern immer höher

Zürich.Nach der Pleite des deutschen Reisekonzerns Thomas Cook haben Betroffene laut Versicherung bisher einen Schaden von 250 Millionen Euro gemeldet. Die kürzlich erfolgte Absage aller Thomas-Cook-Reisen nach dem Jahreswechsel werde die Forderungen weiter erhöhen, erklärte der Schadenvorstand der Versicherers Zurich Gruppe Deutschland, Horst Nussbaumer, im Touristik-Fachmagazin fvw.

Genauere Zahlen zum Gesamtschaden wolle Zurich voraussichtlich Anfang Dezember nennen. „Gleichzeitig werden wir dann mit der anteiligen Erstattung berechtigter Ansprüche beginnen“, sagte Nussbaumer. Die Cook-Geschädigten würden aber nur einen Bruchteil ihrer Auslagen für gebuchte, vom Veranstalter aber nach seiner Insolvenz nicht mehr erbrachte Pauschalreisen zurückerhalten.

Muss auch der Staat haften?

Nussbaumer forderte die Bundesregierung auf, umgehend Rechtssicherheit zu schaffen. Es gehe darum, das für Reiseveranstalter gewünschte Absicherungsniveau verbindlich festzulegen und zu klären, wie große Veranstalter abgesichert werden könnten. „Es besteht akuter Handlungsbedarf. Wenn wir im ersten Quartal 2020 keine Rechtssicherheit erhalten, wird es schwierig werden für manchen Versicherer und Veranstalter“, so Nussbaumer. Aktuell ist in Deutschland eine Begrenzung der Haftungssumme auf 110 Millionen Euro möglich, während die EU von ihren Mitgliedsstaaten einen Vollschutz der Pauschalreisenden fordert.

Da im Fall der Thomas-Cook-Pleite die 110 Millionen Euro nicht ausreichen werden, ist eine Debatte entbrannt, wer den Differenzbetrag übernimmt. „Wie die überwiegende Mehrheit der Experten sehen auch wir eine Haftung des Staates als sehr wahrscheinlich gegeben an“, sagte Nussbaumer weiter.

Unterdessen ist ein weiterer Teilverkauf im Insolvenzverfahren von Thomas Cook Deutschland geplatzt. Der einstige Konkurrent DER Touristik wird das Franchise-Unternehmen Holiday Land für Reisebüros nicht übernehmen, wie DER am Freitag in Frankfurt mitteilte. Die Gespräche mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter seien ohne Ergebnis beendet worden. dpa

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