Wirtschaft

Schlechter Zeitpunkt

Archivartikel

Hagen Strauß zu den Problemen der Flugbranche

Urlaubszeit ist mittlerweile vor allem Wartezeit – und zwar am Flughafen. Wer in diesen Tagen in die wohlverdienten Ferien fliegen will, erlebt unter Umständen sein blaues Wunder. Entweder fliegt nichts oder nur verspätet. Eine einst anerkannte Branche ist dabei, ihren guten Ruf zu verspielen.

Dass in der Hauptferienzeit gestreikt wird, ist nicht neu. Und wer will es den Beschäftigten von Billigfluggesellschaften wie Ryanair auch grundsätzlich verdenken. Da geht es nicht um die Fortschreibung von Privilegien, wie bei so manchem Arbeitskampf der Vergangenheit seitens der Piloten alteingesessener Airlines. Sondern schlichtweg um bessere Arbeitsbedingungen. Nur: Muss ein Streik ausgerechnet in der Ferienzeit stattfinden, wenn andere Arbeitnehmer ihr Recht auf Erholung in Anspruch nehmen wollen?

Obendrein spüren die Reisenden jetzt die Folgen eines Trends der letzten Jahrzehnte – Fliegen ist für jedermann selbstverständlich geworden, seitdem Billigairlines die Märkte erobert haben. Bricht eine davon weg wie Air Berlin, ist das Chaos offenbar programmiert. Die Branche ordnet sich in Europa gerade neu, Marktkonsolidierung nennt man das. Hinzu kommen viele Versäumnisse an den Flughäfen selber, die gewinnorientiert handeln. Ausbaden müssen das derzeit die Passagiere. Und zwar teilweise in unzumutbarem Maße.

 
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