Wirtschaft

Bildung Lehrer bedauern Wegzug von Schulbuchverlagsfilialen aus Mannheim

„Schließung großer Verlust“

Mannheim.Junge Lehrer in der Rhein-Neckar-Region haben teilweise mit großem Bedauern auf die Schließung von zwei der drei Schulbuchhäusern in Mannheim reagiert. Das ergab eine Umfrage des für Pädagogen zuständigen Landesphilologenverbands. Die Umfrage war allerdings nicht repräsentativ.

Anlass waren die Schließungen des Schulbuchzentrums am Ring mit Angeboten der Verlage Westermann, Schöningh und Schroedel sowie des vom Stuttgarter Verlagskontor betriebenen Beratungszentrums des Klett-Schulbuchverlags im Stadthaus in diesem Sommer. Auf Nachfrage dieser Zeitung gaben die Betreiber vor allem mangelnde Frequentierungen der Niederlassungen als Grund der Schließungen an. Nur der Berliner Schulbuchverlag Cornelsen ist auf den Planken noch mit einer Filiale in Mannheim vertreten.

Eine Referendarin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, gab an, dass sie sich „von den Schließungen absolut betroffen“ fühle. „Dass Schöningh nicht mehr in Mannheim ist, ist ein großer Verlust.“ Auch bei Klett war die Pädagogin demnach „mehrmals im Ausverkauf, um noch Bücher zu bekommen“.

Onlinebestellungen langwieriger

Für sie wirken sich die Schließungen auch auf die Vorbereitungen aus – die schnelle Beschaffung von Übungsmaterial sei schwieriger geworden. „Die persönliche Beratung der Fachkräfte in den Niederlassungen geht verloren, ebenso wie der eine oder andere Tipp, den man im Gespräch bekommen kann.“ Bei der Online-Bestellung seien Kosten durch Portogebühren höher und die Beschaffung langwieriger, führt sie das Beispiel eines Buches an, auf das sie noch warte. Den Unterricht habe sie „so noch nicht vorbereiten“ können. Weitere Rückmeldungen, die dieser Zeitung vorliegen, bestätigen diesen Eindruck.

Anders sieht es Johanna T., die ihren vollständigen Namen ebenfalls nicht in Medien lesen möchte. Sie kaufe Lehrmittel „ausschließlich online“. Von den Schließungen fühlt sie sich deshalb nicht betroffen.

Miguel Bernal, der am beruflichen Gymnasium des Heidelberger Privatschulcentrums lehrt, ist noch zwiegespalten. Während seines Referendariats im Schuljahr 2016/17 sei er in den nun geschlossenen Niederlassungen gewesen. Inzwischen bestelle er Materialien zwar online, dennoch würde er „die Möglichkeit einer realen Anlaufstelle zum Anfassen der Materialien gutheißen“.

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