Wirtschaft

Konjunktur Industrie- und Handelskammertag erwartet nur noch kleines Exportplus / Maschinenbauer rechnen mit Rückgang der Produktion

Schlüsselbranchen schrauben Prognosen herunter

Archivartikel

Berlin.Deutsche Autos und Maschinen sind weltweit gefragt – doch eine schwächere Weltwirtschaft und globale Handelsstreitigkeiten machen Unternehmen zunehmend zu schaffen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) reagierte auf Unsicherheiten im weltweiten Geschäft und schraubte am Dienstag seine Exporterwartungen deutlich herunter. Erwartet wird nun nur noch ein Wachstum der deutschen Ausfuhren in diesem Jahr von einem Prozent. Im Herbst 2018 hatte der DIHK noch ein Plus von 2,5 Prozent für das laufende Jahr prognostiziert. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier sprach in Berlin von einem „Schlag ins Kontor“.

Im vergangenen Jahr waren die deutschen Exporte das fünfte Jahr in Folge auf einen Rekordwert gestiegen – das Wachstumstempo aber hatte sich bereits deutlich verlangsamt. Ausgeführt wurden nach früheren Angaben des Statistischen Bundesamts Waren im Wert von 1317,9 Milliarden Euro, ein Plus von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nach einer neuen DIHK-Umfrage bewerten deutsche Firmen im Ausland ihre Geschäftsaussichten deutlich pessimistischer. Demnach rechnen nur noch 24 Prozent der weltweit aktiven deutschen Firmen mit einer Verbesserung der Konjunktur vor Ort – dagegen erwarten 27 Prozent eine Verschlechterung.

USA drohen mit weiteren Zöllen

Vor allem in vielen Industrienationen mache sich zunehmend Wachstumsskepsis breit, sagte Treier. Damit dürfte sich mittelbar die Nachfrage nach deutschen Maschinen, Autos oder Dienstleistungen abschwächen. Das „Wort des Jahres“ für die deutsche Wirtschaft sei „Unsicherheit“, sagte Treier. Gründe seien neben dem Brexit die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie den USA und der EU.

Dazu kommt, dass die US-Regierung wegen verbotener Flugzeugsubventionen der Europäischen Union (EU) mit weiteren milliardenschweren Sonderzöllen droht. Für etliche europäische Exporte – von Lebensmitteln wie Oliven, Fleisch und Käse über Whisky bis hin zu Gusseisenrohren – könnten die Einfuhrschranken erhöht werden.

Internationale Handelskonflikte und die globale Konjunkturabkühlung bremsen auch Deutschlands Maschinenbauer aus. „Wir rechnen für 2019 nun mit einem realen Minus der Produktion von zwei Prozent“, sagte Carl Martin Welcker, Präsident des Branchenverbandes VDMA am Dienstag in Frankfurt. Die Branche kappte damit zum zweiten Mal ihre Wachstumserwartungen.

Zuletzt hatte die exportorientierte deutsche Schlüsselindustrie noch ein kleines Plus von einem Prozent erwartet. Im vergangenen Jahr war die Produktion um gut zwei Prozent gewachsen. Der Umsatz der mittelständisch geprägten Branche dürfte der Prognose zufolge im laufenden Jahr auf 226 Milliarden Euro sinken, nach 233 Milliarden Euro im Vorjahr.