Wirtschaft

Chemie Ludwigshafener Konzern streicht Jahresprognose zusammen / Aktie sackt im späten Handel ab

Schwache Autoindustrie trifft BASF

Ludwigshafen.Erst vor wenigen Tagen hatte sich der Verband der Chemischen Industrie skeptisch für die Branche gezeigt. Von einem schwachen ersten Halbjahr und wenig Aussicht auf Besserung war die Rede. Auch BASF-Finanzchef Hans-Ulrich Engel sprach von „schwierigem Fahrwasser“ und schloss selbst eine Korrektur der Jahresprognose nach unten nicht aus. Nun ist es passiert: Der Ludwigshafener Chemiekonzern kassiert die Erwartungen für das laufende Jahr.

Der Umsatz werde 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgehen, teilte das Unternehmen mit. Bisher war ein Plus von ein bis fünf Prozent angepeilt worden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen wird demnach um bis zu 30 Prozent unter Vorjahresniveau liegen. Eigentlich war ein Anstieg zwischen einem und zehn Prozent erwartet worden. Der Aktienkurs sackte auf der Handelsplattform Tradegate um mehr als fünf Prozent ab.

Die deutlich schwächer als erwartete globale Industrieproduktion belaste die Mengen- und Margenentwicklung, hieß es zur Erklärung. BASF verwies insbesondere auf die besonders stark ausgefallenen Wachstumseinbußen in der globalen Automobilindustrie, insbesondere in China. Zusätzlich habe die schwache Entwicklung des Agrarsektors in Nordamerika wegen schwieriger Witterungsbedingungen belastet. Auch hätten sich die Konflikte zwischen den USA und ihren Handelspartnern – insbesondere China – anders als angenommen bislang nicht entschärft. Insgesamt bleibe die Unsicherheit hoch.

So lägen die vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal „deutlich“ unter den Erwartungen von BASF zu Jahresanfang. Der Umsatz sank demnach um vier Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Das Ebit vor Sondereinflüssen sackte um 47 Prozent auf eine Milliarde Euro ab. Die endgültigen Zahlen will BASF am 25. Juli vorstellen.

Sparprogramm läuft

Am Ende Juni angekündigten Sparprogramm hält der Konzern fest. So sollen bis Ende 2021 weltweit 6000 Stellen wegfallen. Das sind knapp fünf Prozent der 122 000 Arbeitsplätze, die BASF global Ende 2018 ausgewiesen hatte. Ungefähr die Hälfte der Stellen soll in Deutschland eingespart werden, der überwiegende Teil am Heimatstandort Ludwigshafen.

Als Zulieferer für viele weitere Branchen wie auch die Bau- und Kosmetikindustrie bekommt die Chemiebranche schlechtere Geschäfte bei ihren Abnehmern früh zu spüren und gilt als Konjunkturindikator. dpa