Wirtschaft

Flugplatz Speyer Fünf neue Gesellschafter an Bord / Ausbau der Landebahn fertig / Jahresergebnis wohl bei minus 300 000 Euro

Schwarze Null ist das große Ziel

Speyer.1677 Meter. Darauf sind sie stolz – und zwar alle, die mit dem Ausbau des Speyerer Flugplatzes zu tun hatten. 1677 Meter – so lang ist die Landebahn. „Die längste zwischen Frankfurt, Saarbrücken, Baden-Baden und Stuttgart“, sagt Flugplatz-Geschäftsführer Roland Kern. Der Ausbau der Landebahn ist quasi fertig, und das heißt für die Flugplatz Speyer Ludwigshafen GmbH (FSL), dass sie der Industrie- und Handelskammer Pfalz (IHK) als Gesellschafterin „Adieu“ sagen muss.

Drei Vorsätze

Dafür sind jetzt fünf neue Gesellschafter an Bord. Am Montag wurden sie in der Gesellschafterversammlung bestätigt (wir berichteten). Gegenstimmen gab es keine, „das war eine Eintracht“, erklärt Jürgen Vogel. Er ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK und wird trotz Ausstieg der Kammer weiterhin den Vorsitz im Aufsichtsrat der FSL innehaben. Die Speyerer Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) ist seine Stellvertreterin.

Man freue sich, so Vogel, dass mit den neuen Gesellschaftern (airside GmbH, Silver Cloud Air GmbH, Harder Holding, Heberger GmbH und Stadler & Schaaf OHG) Partner aus der Region gefunden wurden, „die alle flugaffin sind“. Dies zeige, dass der Einstieg in diese Gesellschaft sinnvoll gewesen sei. Eigentlich darf die IHK keine Anteile an Gesellschaften besitzen, außer sie dienen dem Ausbau der Infrastruktur. Ergo: Danach musste sie aussteigen. „Dass wir nun private Gesellschafter aus der Region haben, zeigt: Die Nachfrage ist groß“, so Vogel.

Der Flugplatz genießt nicht überall Akzeptanz. In Speyer gab und gibt es Gegner. Lärm, Umweltbelastung, Sicherheitsbedenken. Auch Seiler sagt: „Ich war selbst Gegnerin. Jetzt nutze ich die Gelegenheit.“ In einer Bürgerversammlung startete Seiler vor rund einem Jahr eine Art Transparenz-Kampagne. Mit Erfolg – wie sie sagt. „Vielen hat man angemerkt, dass sie unsicher waren.“

Drei Ziele hat die FSL für die nächsten zwei Jahre. Das Wichtigste ist die schwarze Null. „Das ist mein Ziel, seit ich hier angefangen habe“, sagt Kern. Und er ist zuversichtlich. Zwar schreibt die Gesellschaft 2020 wohl wieder einen Verlust von 300 000 Euro – aber damit bliebe sie auf Vorjahresniveau. Trotz Corona. Pluspunkte zählen Kern, Seiler und Vogel einige auf. Etwa eine Diversifizierung der Einnahmequellen. Man vermietet nicht nur an flugspezifische Interessenten. Auch Aktivitäten wie Sportveranstaltungen oder Fahrtests für E-Autos gehören dazu.

Das nächste Ziel, und damit könnte Speyer wohl dem Mannheimer City Airport Konkurrenz machen, ist die Integration eines GPS-basierten Instrumentenanflugverfahrens. Das könnte den Geschäftsverkehr vereinfachen. Aber nicht nur das: „Das ist ein großer Fortschritt in Sachen Sicherheit“, so Vogel.

Das dritte Ziel ist es, die Entwicklung des Flugplatzes weiter voranzutreiben. Kern zeigt auf eine große Rasenfläche. „Alles Platz für neue Hangars“, sagt er. Und: „Wir wollen die Nutzung weiter stärken“, sagt Vogel. Vermietungen, die wieder zugekaufte Tankstelle und die Testungen der Autoindustrie – kurz: Die Diversifizierung bekommt weiter Rückenwind.

Zum Thema