Wirtschaft

Finanzen

Schwetzinger Grünen-Abgeordneter Danyal Bayaz im Wirecard-Untersuchungsausschuss

Archivartikel

Schwetzingen/Berlin.Der Schwetzinger Grünen-Bundestagsabgeordnete Danyal Bayaz ist zum Mitglied des Wirecard-Untersuchungsausschusses ernannt worden. Das teilte Bayaz am Donnerstag mit. Bayaz vertritt den Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen im Bundestag und sitzt im Finanzausschuss.

Der Bundestag hat am Donnerstag die Einsetzung des geplanten Untersuchungsausschusses im Wirecard-Skandal beschlossen. Für den Aussschuss stimmten im Bundestag AfD, FDP, Grüne und Linke. Die Regierungsfraktionen Union und SPD enthielten sich. Die nötige Zustimmung von mindestens einem Viertel der 709 Bundestagsabgeordneten war damit weit erreicht und sogar deutlich überschritten.

"Es ist gut, dass der Untersuchungsausschuss jetzt schnell seine Arbeit aufnehmen kann", sagte Bayaz dieser Redaktion. "Mit Beginn des Untersuchungsausschusses kann die Bundesregierung nicht mehr mit vagen und späten Antworten die Aufklärung behindern. Diese Aufklärung sind wir geschädigten Anlegerinnen und Anlegern schuldig", so Bayaz.

Der Untersuchungsausschuss soll klären, inwiefern die Bundesregierung sowie Behörden über Vorkommnisse bei Wirecard informiert waren und ob sie ihren Aufsichtspflichten nachgekommen sind. Er soll neun Mitglieder haben, die aber noch nicht alle offiziell benannt sind. Der Ausschuss kann Zeugen und Sachverständige vernehmen und Akteneinsicht verlangen. Die konstituierende Sitzung ist für den kommenden Donnerstag (8.10.) geplant.

Im Juni hatte der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wirecard seit 2015 Scheingewinne auswies. Der Schaden für die kreditgebenden Banken und Investoren könnte sich auf 3,2 Milliarden Euro summieren. (mit dpa)