Wirtschaft

Pro und Kontra

Sind Continentals Bedenken gerechtfertigt und ist das Whatsapp-Verbot im Interesse der Angestellten und Kunden?

Mitarbeiter der Autozulieferers Continental dürfen auf ihren Diensthandys künftig keine Social-Media-Apps wie WhatsApp oder Snapchat nutzen. Sind Continentals Bedenken gerechtfertigt und ist das Verbot im Interesse der Angestellten und Kunden?

 

Pro von unserem Redaktionsmitglied Hasan Kadioglu 

Mal eben dem Kunden eine Nachricht auf WhatsApp schreiben – bisher war das für viele ein schneller und einfacher Weg der Kommunikation. Doch zu welchem Preis?

Nachrichten-Programme wie WhatsApp erfordern den ungehinderten Zugriff auf das gesamte Adressbuch des Smartphone-Nutzers. Nach der neuen Datenschutzgrundverordnung bräuchte dieser aber die Erlaubnis jedes einzelnen Kontakts zum Teilen seiner Daten. Bei mehr als 36 000 Diensthandys und einem Vielfachen an Kundendaten ist das für ein Unternehmen nicht zumutbar. Daher trifft Continental die richtige Entscheidung mit dem Verbot der Nachrichten-Apps WhatsApp und Snapchat. Klar ist: lieber Kompromisse bei der Schnelligkeit als beim Datenschutz der Kunden.

Kontra von unserem Redaktionsmitglied Julia Wadle 

Das Verbot Continentals’ mag wie eine entschiedene Absage an den Datenkonzern Facebook wirken – in der Abwägung schadet sich das Unternehmen jedoch selbst. Schließlich ist es doch der Zweck eines Diensthandys, Mitarbeiter möglichst einfach zu erreichen, unter Umständen auch mal nach Dienstschluss. Gerade unter jungen Kollegen ist WhatsApp beliebt und die Bereitschaft, eine kurze Textnachricht zu beantworten, ungleich größer, als ans Telefon zu gehen, wenn nach 20 Uhr das Büro anruft. Ein Diensthandy ohne Social-Media-Apps ist unattraktiv – und wird künftig wohl häufiger in der Schublade bleiben. Erreichbarkeit fordern und gleichzeitig Smartphones ohne Social-Media anbieten, das geht heute in vielen Branchen einfach nicht mehr.

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