Wirtschaft

Sinnvolle Alternative

Für viele Menschen gehört die Frage, was man heute kocht, sicherlich zu den „lästigen“ Themen des Lebens. Der Erwerbstätige hat ohnehin nicht viel Zeit dafür. Spätestens dann, wenn Kinder im Haushalt sind, rückt der Gedanke, sich gesund – oder gesünder – zu ernähren, endgültig in den Vordergrund. Nur wie? Der einfachste Weg: eine Kochbox abonnieren. Die Gerichte kann der Kunde selbst wählen und angesichts der passgenauen Zutaten und der Anleitungen ist ein Erfolg gewissermaßen vorprogrammiert. Die Anbieter versprechen Regionalität, Saisonalität sowie eine nachhaltige Fischerei und Tierhaltung. Klingt im Augenblick gut – aber Vorsicht.

Minitütchen Ketchup, zehn Gramm Curry, eine Handvoll Mandeln – bei Kochbox-Anbietern sind all die Nebenzutaten eines Gerichts in Plastiktüten eingepackt. Das muss nicht sein, das darf nicht sein. Auch wenn laut einer Umfrage von Statista, an der sich 2079 Befragte zwischen 18 und 64 Jahren beteiligten, nur fünf Prozent der deutschen Bevölkerung angibt, Kochboxen und Grüne Kisten nach Hause zu bestellen: Das Problem verliert dadurch nicht an Relevanz.

Laut dem Statistischen Amt der Europäischen Union verursachte jeder Bundesbürger 2016 rund 38 Kilogramm Plastikverpackungsabfälle. Kunststoff. Ist. Überall. In Flüssen, Seen und Ozeanen weltweit. Als Mikroplastik in der Luft, im Boden, in der Kleidung, im Trinkwasser und in Nahrungsmitteln – und im Organismus von Mensch und Tier.

Die Verpackungen in Kochboxen sind unnötiges Plastik. Seit Jahrzehnten schreien Forscher geradezu die Plastikwelle zu stoppen. Unter anderem, indem weniger Plastik und dafür mehr wiederverwendbare Produkte und Verpackungen produziert sowie unvermeidbare Kunststoffe recycelt werden – und der Verbraucher selbst alles Erdenkliche dafür tut, wenig Plastikmüll zu erzeugen, stattdessen auf Alternativen auszuweichen.

Für ein Kochbox-Abo spricht also nicht viel, für ein regionales Ökokisten-Abo schon mehr. Da der Lieferservice bestenfalls eine Einkaufsfahrt mit dem eigenen Auto ersetzt, kann die Umwelt durchaus entlastet werden. Die Liefertouren werden so geplant, dass beispielsweise auf einer Route Dutzende Haushalte versorgt werden. Die Verpackungen bestehen aus nachhaltigem Material, wie kompostierbarem Papier. Gläser ersetzen Plastikbehälter. Passgenau wird sowieso nicht gepackt. Und um das Problem „Was koche ich heute?“ zu klären, könnten Anbieter den Kisten einfach mehr Rezeptideen beilegen: drei Rezepte, die man mit zehn Zutaten kochen kann – inklusive Resteverwertung.

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