Wirtschaft

Sinnvolles Vorgehen

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut will mit einem neuen Gremium gemeinsam mit der Wirtschaft frühzeitig auf EU-Initiativen reagieren. Hier setzt sie an der richtigen Stelle an.

Haben bisher Kammern und Verbände noch zu stark ihr eigenes Süppchen gekocht, sollen die Interessen nun zusammengeführt werden. Voraussetzung ist natürlich, dass das Primat der Entscheidung bei der Politik bleiben muss. Trotzdem: Der regelmäßige Austausch ermöglicht, schon in einem frühen Stadium auf politische Vorhaben in Brüssel zu reagieren.

Ein solches Vorgehen der Regionen der EU – Baden-Württemberg ist nur eine davon – wird mit Blick auf die neue Weltordnung immer wichtiger werden, in der die USA und China die entscheidenden Mächte sind. Wollen die Europäer in ökonomischen Fragen noch gehört werden, müssen sie ihre Interessen von Brüssel aus kommunizieren.

Zwar fehlt mit Blick auf die aktuelle Zersplitterung der Glaube, dass dies gelingen kann. Jedoch wird den EU-Mitgliedsstaaten und ihren Regionen keine andere Möglichkeit bleiben, weil sie schlichtweg politisch zu unbedeutend sind. Hoffmeister-Kraut reagiert darauf und führt die Wirtschaft zusammen. Ein sinnvolles Vorgehen, um den Einfluss in Brüssel zu stärken.

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