Wirtschaft

„Sogar eine Kündigung droht“

Friedemann Kainer, Jura-Professor an der Universität Mannheim

Herr Kainer, bei der Fußball-WM in Russland werden viele Spiele am Nachmittag und damit während der Arbeitszeit ausgetragen. Für echte Fans ist das die Höchststrafe. Wann ist es erlaubt, auch im Dienst zuzuschauen?

Friedemann Kainer: Generell ist das nicht zulässig und geht nur, wenn der Arbeitgeber einverstanden ist. In manchen Fällen wird es zwar vom Betrieb geduldet, neben der Arbeit Radio oder Fernsehen laufen zu lassen oder den PC privat zu nutzen. Die Regel ist das aber nicht. Daher sollte man unbedingt nachfragen oder individuelle Regelungen vereinbaren. Die Arbeitszeit könnte beispielsweise nachgeholt werden.

Und wenn Arbeitnehmer trotzdem das Spiel verfolgen?

Kainer: Das könnte eine Abmahnung nach sich ziehen. Schlimmstenfalls, bei groben Pflichtverstößen, droht sogar eine Kündigung.

Dabei könnte gemeinsames Fußball schauen für die Stimmung im Team aber ganz gut sein, oder?

Kainer: Auf jeden Fall. Wenn ein wichtiges Spiel ansteht, sind sowieso alle nervös. Wenn zusehen dann erlaubt ist, vielleicht sogar in der Gruppe, motiviert das und ist personalwirtschaftlich sicher eher günstig. sbo (Bild: Uni Mannheim)