Wirtschaft

Allianz Konzernchef Bäte kritisiert EZB-Nullzinspolitik

Sorge um Versicherer

Archivartikel

München.Allianz-Chef Oliver Bäte hat wegen der anhaltenden Niedrigzinsen vor dem Scheitern mancher deutscher Lebensversicherer gewarnt. „Ich rechne gerade angesichts der massiven Verwerfungen damit, dass ein paar Wettbewerber, die nicht gut gewirtschaftet haben, ausscheiden“, sagte der Chef des deutschen Marktführers dem „Handelsblatt“. Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) macht der Branche seit Jahren schwer zu schaffen. Mitte Dezember hat die Notenbank wegen der Corona-Krise gerade eine Ausweitung ihre geldpolitischen Maßnahmen beschlossen.

Bäte geht mit der Niedrigzinspolitik der europäischen Währungshüter hart ins Gericht: „Wir bereiten bereits der nächsten großen Krise den Boden“, sagte der Chef des Dax-Konzerns, dessen Haus zu den größten Kapitalanlegern in Europa gehört. Auch in Teilen des Aktienmarktes gebe es inzwischen „völlig abstruse Bewertungen“, sagte der 55-Jährige mit Blick auf teils stark gestiegene Aktienkurse.

Selbst wenn die EZB aufhöre, Anleihen zu kaufen, dauere es Jahre, bis die Zinsen auf ein ökonomisch rationales Niveau zurückfänden. „Wir werden noch zehn Jahre Null- oder Negativzinsen haben“, sagte Bäte. „Die Geldpolitik ist dabei, die Sparer zu enteignen.“ 

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