Wirtschaft

Prozess Bundesfinanzhof könnte Privileg kippen

Sportklubs droht die Umsatzsteuer

Archivartikel

München.Auf viele Sportvereine in Deutschland könnten in Zukunft Umsatzsteuern zukommen. Der Bundesfinanzhof hat seine bisherige Linie geändert und zweifelt an der Umsatzsteuerfreiheit für Klubs „ohne Gewinnstreben“, die neben den normalen Mitgliedsbeiträgen noch zusätzlich Geld für ihre Angebote kassieren. Deswegen ist ein langjähriger Rechtsstreit mit einem Golfklub nun dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorgelegt worden, wie das höchste deutsche Finanzgericht gestern in München mitteilte.

Streit um Platzgebühr

Der konkrete Fall datiert aus dem Jahr 2011. Der vom Gericht nicht genannte Golfklub kassierte Eintritt für die Benutzung des Platzes und für den Ballverleih, außerdem Startgebühren bei Turnieren. Das örtliche Finanzamt verlangte dafür Umsatzsteuer, der Verein zog vor Gericht. Die Klubchefs berufen sich dabei auf eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006.

Demnach können Dienstleistungen „in engem Zusammenhang mit Sport und Körperertüchtigung“ von der Umsatzsteuer ausgenommen werden, wenn sie von nicht kommerziell arbeitenden Vereinen angeboten werden. In der ersten Instanz gewann der Verein, doch der Bundesfinanzhof sieht das anders. Sollte auch der EuGH in diesem Fall zu dem Schluss kommen, dass der Klub Umsatzsteuer berappen sollte, „würde dies zu einer Rechtsprechungsänderung führen“, wie es in der Mitteilung des Bundesfinanzhofs heißt. dpa