Wirtschaft

Gesundheitsschutz Große Unternehmen der Region bieten ihren Mitarbeitenden kostenlose Prävention an / Bislang kaum Engpässe

Starkes Interesse an Grippe-Impfungen

Archivartikel

Rhein-Neckar.Nach Aufrufen aus Politik, Gesundheitswesen und Wissenschaft, in der Pandemie für einen Grippe-Schutz zu sorgen, läuft die Impfsaison auf Hochtouren. Die großen Arbeitgeber der Region bieten ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der Regel eine kostenlose Impfung gegen Influenza ( Grippe) an, wie eine Umfrage dieser Redaktion gezeigt hat.

„Dieses Jahr ist das Interesse größer als sonst“, heißt es vom Landmaschinenhersteller John Deere. Ähnliches berichten der Autobauer Daimler, die MVV Energie und der Walldorfer Softwarekonzern SAP. Bei Südzucker herrscht „großes Interesse“, beim Pharmagroßhändler Phoenix wird das Angebot „gut angenommen“, und bei Roche erfreut es sich „großer Beliebtheit“. Dem Wieslocher Finanzdienstleister MLP zufolge ist die Nachfrage ein wenig, „aber nicht signifikant“ gestiegen.

Bei der Grippe handelt es sich um eine schwere Atemwegserkrankung. Die Grippe-Impfung schützt zwar nicht vor Corona. Dadurch können aber Doppelerkrankungen erschwert werden. Außerdem soll eine hohe Impfquote eine Überforderung des Gesundheitssystems in der Pandemie verhindern.

Mehr Impfdosen bestellt

Entsprechend haben die meisten Unternehmen rechtzeitig vorgesorgt. „Wir haben bereits im Frühjahr vorsorglich eine höhere Zahl von Impfdosen bestellt“, berichtet etwa die MVV. Der Weinheimer Mischkonzern Freudenberg forderte ein Drittel mehr Impfstoff an, der Industriekonzern ABB hat „ausreichend Kapazitäten eingeplant“. Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub hat „präventiv noch mal Impfdosen nachbestellt“, und die BASF geht davon aus, „gut vorbereitet“ zu sein.

Sowohl die Unternehmen, die eigene Ärzte beschäftigen, als auch diejenigen, die mit einem betriebsärztlichen Dienst zusammenarbeiten, gehen davon aus, dass das Angebot für alle interessierten Beschäftigten reichen wird. Pharmakonzern Merck hat „ausreichend Impfstoff“, MLP gab an, die Impfkapazitäten bei „weiterer Nachfrage auch noch erhöhen zu können“. Bei SAP, wo ein großes Interesse an der Impfung besteht, geht ein Sprecher, was Impfangebot und -nachfrage angeht, von einer „Punktlandung“ aus.

Absagen nur in Einzelfällen

Der Gesundheitsdienstleister BAD, der zahlreiche Unternehmen in der Metropolregion arbeitsmedizinisch betreut, bestätigt, dass die Nachfrage nach Grippe-Impfungen deutlich gestiegen ist. „Auf mindestens das Eineinhalbfache bis Doppelte“, sagt Stephanie Grenz, Arbeitsmedizinerin und BAD-Standortleiterin für die Metropolregion. Sie gibt sich zuversichtlich: „Wir haben aktuell im Großen und Ganzen genug Impfstoff und Personal.“ Allerdings könne es in Einzelfällen passieren, dass „wir nicht allen Anfragen nachkommen können“. Das gelte vor allem bei kurzfristigen Nachfragen.

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