Wirtschaft

Pestizide EU-Parlament plant Änderungen bei Zulassung

Strengere Prüfung

Brüssel.Als Reaktion auf die umstrittene Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat bis 2022 hat ein Sonderausschuss des EU-Parlaments strengere Prüfmechanismen für Pestizide gefordert. Künftig sollen Studien zu den Wirkstoffen besser öffentlich zugänglich sein, wie es in dem Bericht heißt, den der Ausschuss gestern mit großer Mehrheit verabschiedete. Außerdem sollen künftig nicht mehr die Hersteller der Mittel darüber entscheiden, welches Land für die Zulassung zuständig ist – stattdessen soll die EU-Kommission mehr Mitspracherechte bekommen.

Europaweite Proteste

Die EU-Mitgliedstaaten hatten das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im November 2017 für fünf weitere Jahre zugelassen, was europaweite Proteste auslöste. Schon zuvor hatte eine europäische Bürgerinitiative mehr als eine Million Unterschriften für ein Verbot gesammelt. Die Kritik richtet sich auch gegen das Zulassungsverfahren, das Gegner des Mittels als zu lasch geißeln. Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen.

Mit den Vorschlägen wolle man für mehr Unabhängigkeit, Transparenz und damit mehr Vertrauen sorgen, sagte der Berichterstatter in dem Ausschuss, Norbert Lins (CDU). Er betonte aber auch, dass das EU-Zulassungsverfahren bereits jetzt das strengste der Welt sei. Voraussichtlich im Januar wird sich das gesamte EU-Parlament mit dem Thema befassen.