Wirtschaft

Energie EEG-Umlage wird auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde erhöht / Versorger sind noch am Kalkulieren

Strompreise könnten 2020 steigen

Archivartikel

Berlin.Stromkunden in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Preise einstellen. Die Umlage zur Förderung von Ökostrom in Deutschland als ein wesentlicher Bestandteil des Strompreises steigt 2020 um 5,5 Prozent. Das gaben die Betreiber der großen Stromnetze am Dienstag bekannt. Die sogenannte EEG-Umlage beträgt demnach im kommenden Jahr 6,756 Cent pro Kilowattstunde, für 2019 liegt sie bei 6,405 Cent.

Vergleichsportale gehen insgesamt von steigenden Strompreisen aus. Neben dem Anstieg der EEG-Umlage zeichneten sich auch bei den übrigen Preisbestandteilen Erhöhungen ab, sagte der Energieexperte des Vergleichsportals Verivox, Valerian Vogel. Die Netzentgelte, die rund ein Viertel des Strompreises ausmachen, werden laut Prognose im kommenden Jahr ebenfalls steigen. Auch die Großhandelspreise der Versorger lägen über dem Vorjahresniveau: „Verbraucher in Deutschland müssen sich daher zum kommenden Jahr erneut auf Strompreiserhöhungen einstellen.“ Schon heute zahlten Verbraucher in Deutschland europaweit neben den Dänen die höchsten Strompreise.

Regionale Versorger wie die Mannheimer MVV heben hervor, dass sie noch am Kalkulieren sind – und erst abschließend entscheiden können, wenn alle Kostenbestandteile bekannt sind. Preisänderungen müssen Energieversorger mindestens sechs Wochen zuvor bekannt geben.

Nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 muss ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden Strom allein aufgrund der höheren EEG-Umlage künftig 18 Euro mehr pro Jahr zahlen. Wegen steigender Netzentgelte könnte der Beispielhaushalt mit einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden weitere 35 Euro mehr pro Jahr zahlen. Der Bundesverband Erneuerbare Energie wies darauf hin, dass der Anstieg der EEG-Umlage nicht automatisch zu höheren Stromkosten bei Privathaushalten führen müsse. Es sei zudem ein Wechsel des Stromanbieters möglich, um Kosten zu sparen.

Die EEG-Umlage wurde zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne eingeführt. Sie macht ungefähr ein Viertel des Strompreises aus und finanziert die festen Vergütungen, die Ökostrom-Produzenten für die Einspeisung ihres Stroms bislang unabhängig vom Marktpreis bekommen.

Weitere Bestandteile des Strompreises für Privatkunden sind Steuern, andere Abgaben und Umlagen sowie Produktionskosten und die Netzentgelte.

Ausgaben höher als Einnahmen

Die Umlage steigt auch wegen gesunkener Börsenstrompreise, wodurch sich geringere Erlöse ergeben. Die Vergütungen für die Anlagenbetreiber sind höher als die Verkaufserlöse an der Strombörse, die Ausgaben übersteigen also die Einnahmen. Die EEG-Umlage finanziert die Differenz. Insgesamt sind die Strompreise für private Haushalte und die Industrie in den vergangenen Jahren gestiegen. 

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