Wirtschaft

Chemie Immer mehr mögliche US-Opfer von Glyphosat

Tausende neue Klagen gegen Bayer

Archivartikel

Leverkusen.Tausende weitere Klagen möglicher Glyphosat-Opfer und schlechte Geschäfte mit den Farmern in den USA: Die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto bereitet dem Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer immer mehr Probleme. In den vergangenen drei Monaten gingen in den USA rund 5000 weitere Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des glyphosathaltigen Monsanto-Unkrautvernichters Roundup ein, wie Bayer am Dienstag in Leverkusen bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal mitteilte. Damit stieg die Zahl der Kläger auf rund 18 400.

Ein wichtiger Grund für das weitere Anschwellen der Klageflut dürften die Prozessniederlagen sein, die Bayer in den ersten drei Glyphosat-Verfahren in den USA hinnehmen musste. In den Verfahren wurden den Klägern beträchtliche Schadenersatzzahlungen – zum Teil im hohen zweistelligen Millionen-Dollar- Bereich – zugesprochen.

„Zunehmend ambitioniert“

Zwar bestätigte der Konzern bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal noch einmal ausdrücklich den Jahresausblick – bezeichnete die Prognose aber angesichts des schwierigen Umfelds für das Pflanzenschutzgeschäft als „zunehmend ambitioniert“. Bayer peilt 2019 einen Umsatzanstieg auf 46 Milliarden Euro sowie einen Zuwachs des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonder- und Währungseinflüssen auf 12,2 Milliarden Euro an. Im abgelaufenen zweiten Jahresviertel stieg der Konzernumsatz zwar um mehr als ein Fünftel auf knapp 11,5 Milliarden Euro, das lag aber insbesondere an der Übernahme von Monsanto. Währungseffekte sowie Unternehmenszu- und -verkäufe herausgerechnet, lag das Plus nur bei mageren 0,9 Prozent.

Unter dem Strich brach das Konzernergebnis im zweiten Quartal aber um rund die Hälfte auf 404 Millionen Euro ein. Das lag an Kosten für die Integration von Monsanto, Abschreibungen auf die verkaufte US-Fußpflegemarke Dr. Scholl’s sowie Aufwendungen für den Konzernumbau, bei dem viele Tausend Stellen wegfallen. Bayer versucht, den Abbau auch mit teils hohen Abfindungen umzusetzen. dpa

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