Wirtschaft

Umwelt Kölner Stadtchefin will Schifffahrt in die Pflicht nehmen

Tempolimit gefordert

Mannheim.Vor dem dritten Dieselgipfel heute in Berlin hat die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker ein Tempolimit auf dem Rhein gefordert. „Der Schiffsverkehr trägt erheblich zur Luftverschmutzung in Köln bei“, sagte die Politikerin gestern der Deutschen Presse-Agentur. „Deshalb ist ein Tempolimit unumgänglich, sowohl für Personen- als auch für die Frachtschifffahrt.“

Bereits im Oktober hatten Umweltschützer Tempolimits für Containerschiffe gefordert. Damals hatte eine Studie an der Universität Duisburg-Essen für Aufsehen gesorgt. Binnenschiffe stoßen demnach im Durchschnitt 600 Milligramm Stickoxid (NOx) pro Tonnenkilometer (tkm) aus, bei einem Lkw sind es 160 Milligramm/tkm, bei einem Güterzug 36 Milligramm/tkm. Fazit: Trotz Umrüstung älterer Dieselfahrzeuge und Fahrverboten werden vor allem die Städte entlang des Rheins weiter ein Stickoxidproblem haben.

„Ein Tempolimit ist Blödsinn“, sagt dagegen der niederländische Binnenschiffer Adri-eef Bosman, der den Rhein regelmäßig befährt. „Die meiste Zeit des Jahres fahre ich acht bis zehn Stundenkilometer Richtung Süden, 18 bis 20 Stundenkilometer sind es Richtung Norden. Was soll ich da noch reduzieren?“ Bei Niedrig- und bei Hochwasser müssten die Schiffe ihr Tempo eh weiter drosseln. „Wenn die Kölner Oberbürgermeisterin denkt, wir würden volle Pulle fahren, weiß ich nicht, unter welchem Stein sie die letzten 20 Jahre geschlafen hat“, ärgert sich Bosman. Wichtiger wäre es, alle Lkws aus Städten zu verbannen . her