Wirtschaft

Elektromobilität Firmenchef Elon Musk will Vertriebskosten sparen / Aus Läden werden Ausstellungsflächen / Mannheimer Standort offenbar außer Gefahr

Tesla verkauft Autos nur noch im Internet

Archivartikel

Palo Alto/Mannheim.Tesla will seine Elektroautos künftig nur noch über das Internet verkaufen. Das solle helfen, die Preise zu senken, sagte Firmenchef Elon Musk (Bild) gestern. Viele der Tesla-Läden schließen. Die verbliebenen Standorte in belebter Lage sollen als Ausstellungsfläche und Informationszentren genutzt werden. Nebenbei sagte Musk, dass Tesla nicht mit einem Gewinn im ersten Quartal rechne, aber im zweiten in die schwarzen Zahlen zurückkehren wolle.

Um Preise niedrig halten zu können, müsse Tesla unter anderem beim Vertrieb sparen. „Es ist eine harte Entscheidung, aber ich denke, dass es die richtige Entscheidung für die Zukunft ist“, sagte Musk. Das werde der Firma langfristig einen „fundamentalen Vorteil“ bringen. Tesla sei überhaupt in der Lage, so etwas durchzuziehen, weil das Unternehmen die Autohäuser im Gegensatz zu anderen Herstellern selbst betreibe und nicht Franchisenehmern überlasse. Es gebe derzeit keinen anderen Weg für Tesla, finanziell nachhaltig zu wirtschaften, sagte Musk.

Mit der Schließung von Laden-Standorten wird offenbar auch Stellenabbau verbunden sein. Zugleich soll die Mitarbeiterzahl im Service deutlich aufgestockt werden. Zahlen gab es zu beidem nicht. In Deutschland hat Tesla nach eigenen Angaben zwölf Läden und sieben Service-Center.

Probefahrten entfallen

In der Metropolregion Rhein-Neckar hat sich Tesla im Mannheimer Modehaus Engelhorn eingemietet. Nach den Worten von Geschäftsführer Fabian Engelhorn ist der US-Konzern noch nicht auf das Familienunternehmen zugekommen. „Wir gehen davon aus, dass sich in Mannheim nichts ändert“, sagte Engelhorn gestern auf Anfrage dieser Zeitung.

In den USA könne man einen Tesla binnen einer Minute auf dem Smartphone kaufen, weltweit solle das bald auch so werden, sagte Musk. Der Komplett-Umstieg auf Verkäufe im Internet solle den Preis der Fahrzeuge im Schnitt um sechs Prozent senken. Mit der Schließung der Autohäuser fallen auch die Probefahrten weg. Stattdessen werde es einfacher, einen frisch gekauften Tesla zurückzugeben, erklärte Musk.

Die Aktie verlor im vorbörslichen US-Handel zeitweise rund vier Prozent. Ein Grund dafür dürfte die Ankündigung eines Verlusts im laufenden Quartal gewesen sein. Noch vor Kurzem hatte Musk gesagt, er sei zuversichtlich, das Vierteljahr mit schwarzen Zahlen abzuschließen – auch wenn sich Auslieferungen dadurch verzögern dürften, dass Fahrzeuge aus Kalifornien länger nach Europa und Asien unterwegs sind. Jetzt kassierte er diese Vorhersage unter Hinweis auf dieselben Gründe. Zudem führte er nicht näher beschriebene einmalige Belastungen an. dpa/fas (Bild: dpa)