Wirtschaft

Stromautobahn Bundesnetzagentur legt Korridor zwischen Mannheim und Philippsburg fest / Neue Masten nur vereinzelt geplant

Trassenplanung für Ultranet komplett

Archivartikel

Mannheim.Sie sollen die Windenergie, die im Norden an der Küste erzeugt wird, nach Süddeutschland transportieren: sogenannte Stromautobahnen. Eine von ihnen heißt Ultranet. Auf ihrem 340 Kilometer langen Weg von Osterath in Nordrhein-Westfalen nach Philippsburg in Baden-Württemberg führt sie auch durch die Region. Wie die Trasse genau verlaufen soll, plant die Bundesnetzagentur. Sie hat jetzt für den letzten Abschnitt – von Mannheim-Wallstadt nach Philippsburg – einen sogenannten Trassenkorridor festgelegt, innerhalb dessen die Leitung künftig verlaufen soll.

Wie die Behörde gestern mitteilte, ist das nun geplante Teilstück insgesamt 40 Kilometer lang. Es beginnt in Mannheim-Wallstadt (siehe Karte), verläuft dann südlich und führt im Westen an Heidelberg vorbei. In Sandhausen knickt der Korridor in südwestliche Richtung ab und führt weiter bis zum Endpunkt in Philippsburg.

Beginn in Riedstadt

Für den von Norden kommenden ersten Ulranet-Abschnitt hatte die Bundesnetzagentur bereits im Januar einen Trassenkorridor vorgelegt. Er ist rund 60 Kilometer lang und beginnt im südhessischen Riedstadt. Von dort führt er unter anderem über Bürstadt und Lampertheim, quert die Viernheimer Heide, die Autobahn 6 und das Viernheimer Kreuz und endet in Mannheim-Wallstadt.

Bei beiden Abschnitten laufen die Trassenkorridore, die die Behörde festgelegt hat, weitgehend am bestehenden Höchstspannungsnetz entlang: Es sollen also nur in Einzelfällen neue Masten aufgestellt oder bestehende Masten aufgestockt werden. Im Regelfall sollen die neuen Kabel der Netzagentur zufolge einfach auf bestehende Strommasten montiert werden.

Nachdem die Bundesnetzagentur nun den Trassenkorridor für den zweiten Abschnitt von Ultranet festgelegt hat, beginnt jetzt auch für dieses Teilstück das Planfeststellungsverfahren. Dazu muss der Netzbetreiber TransnetBW nun vorschlagen, wie die Stromleitung konkret innerhalb des vorgegebenen Korridors verlaufen soll. Während des Planfeststellungsverfahrens haben auch betroffene Kommunen, Bürger und Verbände die Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Am Ende beschließt die Bundesnetzagentur dann die konkrete Trasse. Bis die Stromautobahn Ultranet in Betrieb gehen soll, dauert es noch eine Weile: Der Start ist für das Jahr 2023 geplant.

Gegen die neue Stromautobahn hatte es in der Vergangenheit teilweise Widerstand in der Region gegeben. So hatten Politiker aus Lampertheim eine Initiative gestartet und gefordert, dass die neue Leitung dort, wo sie aus ihrer Sicht zu nah an Wohnhäusern entlangläuft, unterirdisch, also als Erdkabel, verlegt wird. Auch bei einer Informationsveranstaltung in Mannheim, zu der TransnetBW Mitte Februar für den zweiten Abschnitt geladen hatte, gab es vereinzelt solche Vorschläge. Der Bundesnetzagentur zufolge hat der Gesetzgeber allerdings generell vorgesehen, dass Ultranet oberirdisch, also ohne Erdkabel, realisiert werden soll.

„Kritisch und intensiv“

Die Stadt Mannheim verwies gestern auf Anfrage darauf, dass die detaillierte technische Planung unter anderem mit den exakten Standorten der Strommasten im Rahmen des anstehenden Planfeststellungsverfahrens erfolge. Erst dann könne die Stadt die Planungen prüfen. „Unser Ziel ist es weiterhin, die Planungen kritisch und intensiv zu begleiten, um mögliche Eingriffe in Natur und Landschaft so gering wie möglich zu halten“, hieß es in der Stellungnahme der Stadt.

Info: Informationen zu Ultranet unter https://bit.ly/2Wm6kUG

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