Wirtschaft

Medien Ex-Chefredakteur des „Stern“ mit 74 gestorben

Trauer um Journalist Michael Jürgs

Archivartikel

Hamburg.Der Publizist und frühere „Stern“-Chefredakteur Michael Jürgs (Bild) ist tot. Er starb nach langer Krankheit in der Nacht zu Freitag in Hamburg im Alter von 74 Jahren, wie seine Frau Nikola mitteilte. Der Journalist hatte in der Medienbranche den Ruf, ein ausgezeichneter Rechercheur und scharfer Beobachter zu sein, wusste mit seinen Standpunkten aber auch zu provozieren. 2019 wurde Jürgs der renommierte Theodor-Wolff-Preis der deutschen Zeitungen für sein Lebenswerk zuerkannt.

„Ich wollte immer nur Journalist werden, (...), weil ich daran glaubte und noch heute daran glaube, dass man mit Worten die Welt verändern kann“, sagte Jürgs im April 2019 dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Er war rund ein Jahr zuvor an Krebs erkrankt. Jürgs war fast 50 Jahre lang verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

Jürgs, am 4. Mai 1945 in Ellwangen geboren, begann seine journalistische Karriere 1965 bei der Münchner „Abendzeitung“ als Volontär mit abgebrochenem Studium. Drei Jahre später, im Alter von 23 Jahren und inmitten der gesellschaftspolitischen 68er-Bewegung, wurde er kurzzeitig Feuilletonchef des Blattes. 1976 wechselte er als Ressortleiter Unterhaltung zum Magazin „Stern“ in Hamburg und stieg zum Chefredakteur auf (1986 bis 1990). Nach einem Leitartikel zur deutschen Wiedervereinigung wurde der diesbezügliche Skeptiker Jürgs abgelöst.

Einen Namen machte er sich auch durch Bücher, darunter Biografien über Schauspielerin Romy Schneider, Verleger Axel Springer und Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass. dpa (BILD: dpa)