Wirtschaft

Außenwirtschaft China reagiert harsch auf Drohungen von US-Präsident Donald Trump, weitere Zölle zu erheben / Deutscher Bauernverband beunruhigt

„Treiben den Konflikt bis zum bitteren Ende“

Archivartikel

Peking.Das chinesische Handelsministerium hat den Vereinigten Staaten mit einer harten Position im beginnenden Handelskrieg gedroht. Das Land sei bereit „jeden Preis zu bezahlen“, um nicht schwächer dazustehen, teilte das Ministerium mit. „Wenn die USA weiterhin uneinsichtig sind, die Einwände Chinas ignorieren und auf Einseitigkeit und Protektionismus setzen, werden wir den Konflikt bis zum bitteren Ende weitertreiben.“

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erneut, also zum dritten Mal, die Anhebung von Zöllen auf weitere Warengruppen angekündigt. Diesmal betreffen die Maßnahmen Produkte im Wert von 100 Milliarden Dollar. Die jüngste Runde des Handelskriegs zielt auf Stahl und Aluminium aus China sowie auf Früchte und Schweinefleisch aus Amerika. Trump nannte die chinesische Retourkutsche einen „unfairen Racheakt“ und begründete damit seinen Gegenschlag.

Der Handelskrieg schaukelt sich damit immer weiter hoch – und Ökonomen auf beiden Seiten stellen sich die Frage, welches Land denn mehr vom anderen abhängig ist. China hat zwar eine große Exportwirtschaft, in der nun durchaus Arbeitsplätze bedroht sind. Doch der Lebensstandard in den USA hängt zugleich von preiswerten Waren aus China ab. „Eine langfristige Anwendung der Zölle würde den Preisen in den USA Auftrieb geben, es könnte zu Inflation kommen“, sagt Wirtschaftswissenschaftler Richard Duncan von Black Horse Asset Management in Singapur. Außerdem finanziert China durch den Kauf von Staatsanleihen einen wesentlichen Teil des US-Bundeshaushalts. „Das derzeitige Handelsgefüge ermöglicht erst die hohen Defizite des US-Etats“, sagt Duncan. Mit den 1,2 Billionen Dollar an amerikanischen Schuldpapieren verfüge China über eine finanzielle Geheimwaffe.

China ist außerdem inzwischen eine so große und vielfältige Volkswirtschaft, dass die Planer in Peking einen Rückgang des Exports durch mehr Nachfrage im Inland ausgleichen können. China hat praktisch keine Auslandsschulden, dafür aber noch erhebliches Entwicklungspotenzial. Die Führung in Peking ist sich dieser starken Position bewusst und zeigt den Amerikanern jetzt die eigenen Angriffsmöglichkeiten in dem Handelskrieg. Die jüngste Runde von Zöllen betrifft vor allem die Einfuhr von US-Waren, die in Gebieten mit einem hohen Anteil von Trump-Wählern hergestellt werden. Außerdem schaffen die Ankündigungen Pekings bewusst Chaos an den Finanzmärkten, von denen die US-Wirtschaft besonders abhängig ist. Ein Beispiel für beide Strategien ist die Ankündigung der Chinesen, künftig weniger mittelschwere Flugzeuge von Boeing zu bestellen. Der Kurs der Aktie des Flugzeugherstellers fiel zur Wochenmitte um fast sechs Prozent. Die Boeing-Aktie wiederum ist ein Schwergewicht um US-Leitindex Dow Jones, der in diesen Tagen entsprechend hohe Verluste ausgewiesen hat.

Bereitschaft zu Gesprächen

Während China Trump so seine harten Mittel zeigt, bleibt es zugleich verhandlungsbereit. „Wir wollen keinen Handelskrieg“, betont die Mitteilung des Handelsministeriums. Doch zugleich ist klar, dass die chinesische Regierung keinesfalls das Gesicht verlieren will und deshalb nicht ohne eine Rücknahme der US-Zölle klein beigeben wird.

Der Zwist könnte indirekt auch Deutschland treffen. So befürchtet der Bauernverband negative Auswirkungen für die Landwirte. „Die Strafzölle Chinas haben bereits für Nervosität und Preisrückgänge an den internationalen Märkten für Schweinefleisch gesorgt“, sagte der Generalsekretär des Bauernverbandes, Bernhard Krüsken. (mit dpa)