Wirtschaft

Lebensmittel Grüne bemängeln fehlende Transparenz

Trinkwasser 25 Prozent teurer

Berlin.Die Deutschen müssen für ihr Trinkwasser offenbar immer tiefer in die Tasche greifen. Einer Analyse der Grünen-Bundestagsfraktion zufolge, die dieser Redaktion vorliegt, stiegen die Ausgaben für einen Zwei-Personen-Haushalt zwischen 2005 und 2016 um rund 25 Prozent. Das bedeutet nach Angaben der Grünen einen Preisanstieg von durchschnittlich 50 Euro. Die Erhebung basiert auf neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Seit über 15 Jahren geht der Wasserverbrauch in Deutschland zurück. Laut Bundesumweltministerium schwankte in den letzten drei Jahren die tägliche Nutzung zwischen 120 und 123 Litern Trinkwasser pro Person. Im Schnitt kostet die Bundesbürger ein Liter 0,2 Cent, deutlich weniger also als abgefülltes Mineralwasser. Doch während die Deutschen immer sparsamer werden, müssen sie zugleich mehr bezahlen, wenn sie den Hahn aufdrehen. „Die Wasserpreise steigen doppelt so schnell wie die allgemeinen Verbraucherpreise“, kritisieren die Grünen. Ein Ende des Anstiegs sei nicht in Sicht.

„Scheuklappen aufgesetzt“

Beim Blick in einzelne Bundesländer zeigt sich, dass die Preisentwicklung sehr unterschiedlich ausfällt. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) liegt der Grund darin, dass es die Versorger mit regional sehr verschiedenen Strukturen zu tun haben. Nach Ansicht der Grünen fehlt es allerdings an Transparenz und Vergleichbarkeit der regionalen Wasserpreise. Verbraucherexperte Markus Tressel sagte: „Die Bundesregierung setzt die Scheuklappen auf und lässt die Verbraucher mit den steigenden Trinkwasserkosten vollkommen alleine.“ Beim Erhalt der Trinkwasserinfrastruktur müsse wieder verstärkt auf staatliche Förderung gesetzt werden.