Wirtschaft

Handelsstreit USA erhöhen Sonderzölle weiter

Trump: China hat Wort gebrochen

Archivartikel

Washington/Peking.US-Präsident Donald Trump hat im Streit mit China erneut ernst gemacht und die Sonderzölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar erhöht. Ab heute gelten Sonderzölle von 25 Prozent statt bisher zehn Prozent. Die Entscheidung wurde vom US-Handelsbeauftragten gestern offiziell im Bundesregister veröffentlicht. Dennoch sollte am Abend eine neue Gesprächsrunde zwischen den Handelsdelegationen beider Länder in Washington beginnen. Die nach Medienberichten rund 100 Personen umfassende chinesische Delegation wird von Vize-Außenminister Liu He geleitet.

Gegenmaßnahmen angekündigt

Unmittelbar vor den neuen Verhandlungen in Washington warf Trump der chinesischen Führung Wortbruch vor. „Sie haben das Abkommen gebrochen“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Florida. „Das können sie nicht tun.“ Aus seiner Sicht hat China bei den Verhandlungen bereits gemachte Zusagen wieder zurückgenommen.

Neben der Erhöhung von Sonderzöllen auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar auf 25 Prozent droht Trump gar damit, die Zusatzzölle in dieser Höhe auf alle Importe aus China auszuweiten – nach seiner Darstellung beträfe das noch einmal Waren im Wert von 325 Milliarden Dollar. Als Vergeltung kündigte China umgehend „notwendige Gegenmaßnahmen“ an.

„Es gibt keine Gewinner in Handelskriegen“, warnte der Sprecher des Handelsministeriums, Gao Feng, gestern vor Journalisten in Peking. Es sei nicht im Interesse Chinas, der USA und dem Rest der Welt. Er hoffe auf den Dialog zwischen beiden Seiten. „Gleichzeitig ist China voll darauf vorbereitet, entschlossen und in der Lage, seine legitimen Rechte und Interessen zu verteidigen.“ Die Aussichten, bei den Verhandlungen kurzfristig noch zu einer Lösung zu kommen, waren allerdings schlecht.