Wirtschaft

Fahrdienst-Vermittler Hohe Kosten für Börsengang belasten Unternehmen / Umsatz legt um ein Fünftel zu

Uber meldet Milliardenverlust im ersten Quartal

Archivartikel

San Francisco.Der Fahrdienst-Vermittler Uber hat zu Jahresbeginn tiefrote Zahlen geschrieben, aber einen kräftigen Umsatzanstieg verbucht. Im ersten Quartal fiel ein Verlust von einer Milliarde Dollar (900 Millionen Euro) an, wie Uber am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte es einen Gewinn von 3,8 Milliarden Dollar gegeben, was allerdings an hohen Sondererlösen durch Verkäufe von Auslandsbeteiligungen lag.

Das operative Geschäft ist chronisch unprofitabel, und im vergangenen Quartal drückten hohe Kosten für die Vorbereitung des Börsengangs die Bilanz noch tiefer ins Minus. Uber debütierte vor rund drei Wochen an der New York Stock Exchange, bei der größten Börsenpremiere seit Jahren sammelte das Unternehmen rund 8,1 Milliarden Dollar ein und brachte es auf eine Gesamtbewertung von etwa 82 Milliarden Dollar.

Seitdem hat Uber an der Börse jedoch einen schweren Stand, und die Aktie ist stark unter Druck geraten. Immerhin hat das Unternehmen den Umsatz im Auftaktquartal im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 3,1 Milliarden Dollar gesteigert und damit die Prognosen der Analysten leicht übertroffen. Auch der hohe Verlust lag im Rahmen der Markterwartungen.

Kurs unter den Erwartungen

Uber hatte Investoren vor der Aktienplatzierung gewarnt, möglicherweise nie die Gewinnzone erreichen zu können – das ist allerdings auch ein Standard-Risikohinweis bei Unternehmen, die mit Verlusten an die Börse gehen. Bei Anlegern kam der Quartalsbericht zunächst gut an, die Aktie legte nachbörslich um fast zwei Prozent zu. Uber könnte Rückenwind gut gebrauchen, der Kurs notierte zuletzt rund zehn Prozent unter dem Ausgabepreis, und die Aktienplatzierung wird oft als Flop bezeichnet. Schon das Volumen des Börsengangs hatte wegen unerwartet schwacher Nachfrage nach den Aktien deutlich gestutzt werden müssen.

Uber dominiert den sogenannten Ride-Sharing-Markt für Fahrtenvermittlungen über Smartphone-Apps. Hier flaute das Wachstum jedoch schon deutlich ab. Und Geld wird in diesem Geschäft bislang ohnehin nicht verdient. Auch der Rivale Lyft steckt tief in den roten Zahlen. Uber betreibt zudem Services etwa für Essenslieferungen und Frachtvermittlung sowie Mietfahrräder. Uber-Chef Dara Khowrowshani bekräftigte in einer Telefonkonferenz mit Analysten den Kurs, die Firma zur Plattform für alle Arten von Mobilität über die eigenen Fahrdienste hinaus machen zur wollen.

Als Schlüssel zum Profit gelten auf Dauer vor allem Roboterautos, die Fahrer als Kostenfaktor beseitigen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter und ungewisser Weg, auch wenn erste Robotaxi-Dienste im Aufbau sind. Sie dürften aber noch auf absehbare Zeit auf einzelne Gegenden beschränkt bleiben. dpa