Wirtschaft

ZEW-Studie Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen erzielen mit Innovationen höhere Gewinne

Umweltschutz zahlt sich aus

Archivartikel

Mannheim.Wenn der Staat in die Wirtschaft eingreift und Unternehmen zum Beispiel aus Umweltschutzgründen vorschreibt, neue Filter einzubauen, wehren sich die Lobbyverbände gerne mit dem Hinweis, dies würde die Kosten steigern und zu Nachteilen gegenüber der internationalen Konkurrenz führen. Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim kommt nun zu einem Ergebnis, das diese Sichtweise zumindest einschränkt.

Demnach zahlen sich Investitionen in die Umwelt auch für die Unternehmen selbst aus. Diese könnten nämlich zu Kosteneinsparungen und Gewinnsteigerungen führen. Das gelte besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Bei den größeren fällt der Effekt geringer aus. Untersucht wurden insgesamt 6303 Unternehmen.

Zuwachs bis zu 20 Prozent

Unabhängig von der Mitarbeiterzahl ist der Gewinn eines Unternehmens höher, wenn es eine Umweltinnovation einführt. Im Durchschnitt betrug der Zuwachs bei den für die Studie untersuchten Firmen 0,72 Prozentpunkte. Unterm Strich wuchsen die Gewinne bei Unternehmen, die Neuerungen im Produktionsprozess einführten, um zehn bis 20 Prozent.

Warum scheinen KMU aber mehr als größere Unternehmen von diesem Effekt zu profitieren? „Die Ergebnisse zeigen, dass dies vor allem bei staatlichen Vorgaben der Fall ist“, sagt Studienautorin Janna Axenbeck. „Kleinere Unternehmen verfügen oft über weniger Informationen als Großunternehmen, die vielleicht von selbst merken, dass eine effizientere Heizanlage nicht nur Energie, sondern auch Kosten spart“, sagt sie. Die Kleineren müssen so betrachtet zu ihrem Glück gezwungen werden. 

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