Wirtschaft

Zwischenbilanz Teures Kerosin und fallende Ticketpreise belasten Konzern im ersten Quartal

Unerwartet hoher Verlust für Lufthansa

Frankfurt.Die Lufthansa ist im ersten Quartal überraschend tief in die roten Zahlen geflogen. Der Betriebsverlust vor Zinsen und Steuern lag bei 336 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2018 war noch ein Überschuss von 52 Millionen Euro verbucht worden.

Als Hauptgründe nennt die Lufthansa die um 202 Millionen Euro höheren Treibstoffkosten, die Überkapazitäten in Europa und die Tatsache, dass im ersten Quartal 2018 das Angebot der in die Pleite gerutschten Air Berlin gefehlt habe. Vor einem Jahr hatte die Lufthansa noch zu den Haupt-Profiteuren der Air-Berlin-Pleite gehört.

Wegen des fehlenden Konkurrenz-Angebots konnten damals besonders hohe Durchschnittspreise durchgesetzt werden. In der Zwischenzeit wurde die Lücke von den verschiedenen Gesellschaften geschlossen und rasant zu einem Überangebot ausgebaut. Dies habe jetzt zu einem starken Preisdruck geführt, die Erlöse seien deshalb um gut fünf Prozent niedriger gewesen als im Vergleichsquartal des Vorjahres, hieß es.

Die Lufthansa hält trotz des schlechten Jahresauftaktes an der Prognose fest, im gesamten Jahr eine Marge für den Betriebsgewinn von 6,5 bis acht Prozent zu erreichen. 2018 hatte sie bei 7,9 Prozent gelegen. Analysten wurden von den Zahlen überrascht. Sie hatten mit einem Verlust von im Schnitt 186 Millionen Euro gerechnet. Sven Diermeier von Independent Research erwartet jetzt für das Gesamtjahr einen Rückgang des Betriebsgewinns von 2,97 auf 2,63 Milliarden Euro und eine Marge von sieben Prozent.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte im März auf das schwierige Geschäftsjahr 2019 verwiesen. Das Unternehmen rechnet mit um mehr als eine halbe Milliarde Euro höheren Treibstoffkosten. Sie waren bereits im vergangenen Jahr um 885 Millionen auf 6,1 Milliarden Euro gestiegen.

Im ersten Quartal sind rund 29 Millionen Menschen mit Lufthansa und ihren Tochterunternehmen Swiss, Austrian und Eurowings geflogen. Die Auslastung der Flugzeuge lag mit 77,9 Prozent auf Vorjahresniveau. In Europa allerdings waren es nur 69,8 Prozent, ein Rückgang um 1,1 Punkte gegenüber dem ersten Quartal 2018.