Wirtschaft

Tourismus Beauftrager der Bundesregierung will europäische Länder noch nicht als Reiseziele abschreiben / Anfragen nach Ferienhäusern steigen

Urlaub auf den Balearen doch möglich?

Archivartikel

Berlin.Urlauber können nach Einschätzung des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung im Sommer unter Umständen auch auf die Balearen oder die griechischen Inseln reisen. „Wenn es dort kaum noch Neuinfektionen gibt und die medizinische Versorgung funktioniert, könnte man auch über einen Sommerurlaub dort nachdenken“, sagte Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU) dem „Tagesspiegel“.

Fernreisen fallen aus

Mit den Nachbarländern Deutschlands würden bereits Gespräche geführt. „Aber ich würde auch andere Regionen in Europa noch nicht abschreiben, etwa die Balearen oder die griechischen Inseln“, betonte Bareiß. Fernreisen fielen in diesem Sommer seiner Einschätzung nach wegen der Corona-Krise hingegen vermutlich eher aus.

Zu einem möglichen Ansturm auf Urlaubsziele in Deutschland sagte Bareiß: „Deutschland ist groß. Mit etwas Kreativität findet in diesem Sommer jeder ein schönes Ziel, das er noch nicht kennt.“

Einheitliche Regelungen

Unterdessen verzeichnet der Deutsche Tourismusverband (DTV) steigende Buchungsanfragen vor allem für Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Angesichts sich abzeichnender Lockerungen für Reisen in Deutschland dürfte sich die Zahl jetzt noch deutlich erhöhen, sagte DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz am Mittwoch. „Wir gehen davon aus, dass die Menschen nach dieser schwierigen Zeit dieses wiedergewonnene Stück Freiheit nutzen wollen.“ Wichtig sei allerdings, dass die Urlauber auf bundesweit einheitliche Regelungen und Schutzstandards vertrauen könnten, ergänzte Kunz.

Ziele zwischen Rügen und Garmisch-Partenkirchen stehen bei den Bundesbürgern hoch im Kurs. Deutschland war mit einem Anteil von 26 Prozent an Urlaubsreisen ab fünf Tagen im vergangenen Jahr den Angaben zufolge Ziel Nummer eins, gefolgt von Spanien, Italien und der Türkei.

Der Deutschland-Tourismus verzeichnete 2019 mit 495,6 Millionen Übernachtungen das zehnte Rekordjahr in Folge. Auf Gäste aus dem Inland entfielen insgesamt 405,7 Millionen Übernachtungen (plus 3,9 Prozent). dpa

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