Wirtschaft

Außenwirtschaft Amerikanisch-Deutsche Handelskammer würde Demokraten Joe Biden als künftigen Präsidenten begrüßen

US-Konzerne hoffen auf besseren Dialog

Frankfurt.Die 50 Top-US-Unternehmen wie auch die Amerikanisch-Deutsche Handelskammer (AmCham) erhoffen sich von einem möglichen neuen US-Präsidenten Joe Biden wieder ein besseres Verhältnis zwischen beiden Ländern. „Wir hoffen dann auf einen besseren Dialog“, sagt Frank Sportolari, Präsident der AmCham Germany.

Zugleich betont er, dass es auch unter Biden Experten gebe, „die sehr protektionistisch sind“. Die Mehrheit der 50 größten hierzulande vertretenen US-Firmen glaubt einer neuen AmCham-Umfrage zufolge, dass es besser wäre, wenn die Demokraten bei der anstehenden Wahl sowohl für die Präsidentschaft als auch für den Kongress gewinnen. „Die Partnerschaft zwischen beiden Ländern wäre besser mit einer anderen Administration“, fasste Sportolari am Montag das Ergebnis der Umfrage in einer Online-Konferenz zusammen.

Gemessen am Umsatz der Top-US-Unternehmen in Deutschland hat der Online-Händler Amazon im vergangenen Jahr erstmals den Auto-Konzern Ford von der Spitze verdrängt. Die US-Unternehmen wie auch die AmCham sprechen sich für Biden aus, obwohl sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern auf der Ebene der Unternehmen auch 2019 positiv entwickelt haben.

Umsätze knapp zwei Prozent höher

„Die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen sind deutlich stärker als öffentlich wahrgenommen“, sagt Frank Riemensperger, Vice President bei AmCham Germany. Trotz der, so Sportolari, unwillkommenen und schädlichen protektionistischen Handelspolitik der Trump-Regierung. Die 50 größten US-Firmen in Deutschland konnten ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf 182 Milliarden Dollar steigern, wobei vor allem Dienstleistungen und Handel mit einem Plus von mehr als zwölf Prozent herausragten, während Automobil-Hersteller und Zulieferer sowie der Maschinenbau deutliche Einbußen hinnehmen mussten. In diesem Jahr hätten sich diese Trends durch die Folgen der Corona-Pandemie bestätigt, so Riemensperger.

Größtes US-Unternehmen in Deutschland war 2019 erstmals Amazon mit einem Umsatz von 19,9 Milliarden Euro. Ford kam auf 19,8, Exxon (Esso) auf 8,6, Jet auf 7,6 und der Landmaschinen-Hersteller John Deere auf 6,7 Milliarden Euro. Größter Arbeitgeber war 2019 nach wie vor McDonalds mit 61 000 Beschäftigten. Dahinter rangierten Ford (22 650), Amazon und UPS (je 20 000), Manpower (13 000) und John Deere (10 400). In seiner Europa-Zentrale in Mannheim beschäftigt der Landmaschinenbauer rund 3400 Mitarbeiter.

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