Wirtschaft

Geldpolitik Fed kämpft gegen Inflation / Mannheimer Experte lobt Maßnahme

US-Notenbank erhöht Leitzins

Washington/Mannheim.Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) setzt ihre Serie moderater Zinserhöhungen fort. Der Schlüsselsatz, zu dem sich Banken gegenseitig kurzfristige Kredite geben, steige um 0,25 Punkte auf eine Spanne von nun 1,75 bis zwei Prozent, teilten die Währungshüter gestern in Washington mit. Die Notenbank begründete den zweiten Zinsschritt in diesem Jahr mit der guten Lage der Konjunktur und des Arbeitsmarkts. Jüngste Daten deuteten auf eine anhaltende Verbesserung der Beschäftigung und ein solides Wachstum hin.

An den Märkten war fest mit der Erhöhung gerechnet worden. Für 2018 signalisierten die Notenbanker zwei weitere Zinserhöhungen, zuvor war nur mit einer gerechnet worden.

Mit der Leitzinserhöhung steigt zunächst der Preis für Geld, das Banken sich über Nacht gegenseitig leihen. Doch dadurch werden tendenziell auch Kredite für Unternehmen und Verbraucher teurer. So kann die Notenbank die brummende Konjunktur bremsen und einer Überhitzung der Wirtschaft entgegenwirken. Die Fed handele, „wie jede verantwortungsvolle Zentralbank bei steigender Überhitzungsgefahr der Konjunktur handeln muss“, sagt Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs Unternehmensbesteuerung und öffentliche Finanzwirtschaft am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Die Zinserhöhung sei auch eine Antwort auf US-Präsident Trumps Wirtschaftspolitik. „Die Fed ist mit einer Administration konfrontiert, die mitten im Boom massive Steuersenkungen durchführt und Unternehmen zu umfassenden Gewinnrückführungen in die USA veranlasst“, so Heinemann. Hinzu kämen neue Zölle, die sich in steigenden Importpreisen niederschlagen würden. „All dies erhöht den Inflationsdruck und wird die Fed künftig zu weiteren Zinserhöhungen zwingen.“ dpa/red