Wirtschaft

Handel Seit Freitag 25 Prozent höhere Abgaben auf EU-Importe / Brüssel kündigt Vergeltung an

US-Strafzölle treffen Winzer

Archivartikel

Brüssel.Die EU-Kommission will als Reaktion auf neue Strafzölle der USA Gegenmaßnahmen ergreifen. Konkrete Beschlüsse gab es dazu am Freitag noch nicht. „Wir bedauern, dass die Vereinigten Staaten sich dazu entschieden haben, mit Zöllen voranzuschreiten“, sagte EU-Handelskommissarin Cecila Malmström in einer Stellungnahme am Freitag in Brüssel.

„Dieser Schritt lässt uns keine andere Wahl, als zu gegebener Zeit unsere eigenen Zölle im Fall Boeing durchzusetzen, in dem ein Verstoß der USA gegen WTO-Regeln festgestellt wurde“, fügte sie hinzu. WTO ist die Abkürzung für die Welthandelsorganisation.

Die USA hatten die Zölle Anfang Oktober als Vergeltung für rechtswidrige EU-Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus angekündigt. Am Freitag traten Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf zahlreiche Produkte aus Europa in Kraft. Betroffen sind zum Beispiel Wein aus Deutschland und Frankreich, Parmesan aus Italien, Olivenöl aus Spanien sowie Butter aus Irland. Beim Import von Flugzeugen wird eine zusätzliche Abgabe von zehn Prozent fällig. Die Strafzölle werden die Einfuhr europäischer Produkte in die USA verteuern. Weichen Verbraucher dort auf günstigere Alternativen aus, könnten die EU-Exporte sinken.

Die EU bekam in einem ähnlichen Verfahren um Subventionen für den US-Luftfahrtkonzern Boeing Recht. Die EU könnte daher im kommenden Jahr ebenfalls Strafzölle in ähnlicher Höhe erheben. Die WTO-Entscheidung dazu wird aber erst 2020 fallen. Malmström betonte, die gegenseitige Auferlegung von Zöllen nutze langfristig niemandem. Die EU bleibe verhandlungsbereit mit dem Ziel, eine ausgewogene Vereinbarung auszuhandeln.

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