Wirtschaft

Wassertechnik IG-Metall besorgt um Standort Mannheim

VAG will bis zu 90 Stellen streichen

Mannheim.Der Mannheimer Hersteller von Wasser- und Abwassertechnik VAG will zwischen 80 und 90 Arbeitsplätze in der Verwaltung abbauen. Das geht aus einer Mitteilung der Gewerkschaft IG Metall von gestern hervor. Demnach habe die Geschäftsführung die Belegschaft bereits am Montag über die Restrukturierung des Unternehmens informiert. „Der traditionsreiche Standort Mannheim mit etwa 230 Beschäftigten würde massiv geschwächt und wäre damit mittelfristig wohl auch in seiner Existenz gefährdet“, heißt es. Weltweit beschäftigt VAG etwa 1200 Mitarbeiter.

Der Mannheimer IG-Metall-Chef Klaus Stein glaubt, man wolle den Hauptsitz Mannheim bewusst schlechtrechnen: „Einen Standort, an dem viele globale Funktionen zusammengeführt sind und nur ein geringer Teil der Belegschaft im produzierenden Bereich tätig ist, kann man nicht vergleichen mit reinen Produktionsstandorten“, so Stein. Der Betriebsrat und die IG Metall würden die Pläne auf ihre Tragfähigkeit überprüfen, sagte die Betriebsratvorsitzende, Claudia Fontana. „Der Kampf für unseren Standort hat begonnen.“

Auftragsarbeiten im Fokus

Nach den Worten von Mogens Søholm, dem Hauptgeschäftsführer der Gruppe, will VAG die Stellen bis 2021 streichen. Ob es betriebsbedingte Kündigungen oder etwa Altersteilzeit-Lösungen geben wird, sei unklar. „Wir suchen den Dialog mit dem Betriebsrat, um die Pläne möglichst schmerzfrei umzusetzen.“ Grund für die Umstrukturierung sei der künftige Fokus auf Auftragsarbeiten. Damit wolle sich VAG auf weniger Teilbereiche spezialisieren. Betroffen seien ausschließlich Stellen in der Verwaltung.

Hinter den Abbauplänen steht laut IG Metall der neue Eigentümer von VAG, die Beteiligungsgesellschaft Aurelius. Im November 2018 ist VAG von Aurelius aufgekauft worden. Damals hieß es, man wolle in den Standort in Tschechien investieren sowie die Einkaufs- und Vertriebsstrukturen optimieren.