Wirtschaft

Auto-Verband Angeblich ist Günther Oettinger im Gespräch

VDA sucht Nachfolger

frankfurt.Bernhard Mattes will vorzeitig von der Spitze des Auto-Branchenverbands VDA abtreten – wichtige Mitgliedsfirmen loben die Arbeit des früheren Ford-Deutschland-Chefs. „Die Orientierung an den Bedürfnissen der gesamten Industrie in einer Zeit großer Umbrüche hat seine Amtszeit ausgezeichnet“, sagte der Chef des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, am Freitag. „Ich bedaure den Rücktritt von Herrn Mattes.“ Zuletzt soll es in manchen Unternehmen allerdings auch Kritik an der Führungsarbeit gegeben haben.

Wer auf Mattes beim Verband der Automobilindustrie folgt, ist noch nicht bekannt. In Medienberichten kursiert der Name von EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger als möglicher Kandidat.

Nach Meinung Denners hat Mattes viel für die Industrie getan: „Mit der Öffnung des VDA für offenen Austausch auch mit Kritikern hat er zuletzt einen wichtigen Impuls gesetzt. Auf diesem Weg sollten wir voranschreiten.“ Der Ex-Ford-Manager hatte in der vergangenen Woche am VDA-Sitz in Berlin das Gespräch mit Klimaschützern gesucht, die zur Messe IAA für dieses Wochenende große Proteste ankündigten. Seit dem Beginn des Dieselskandals 2015 war die Kritik an der Branche stark gewachsen – und dem VDA eine zu große Nähe zur Politik vorgeworfen worden.

Mit Mattes selbst waren offenbar nicht alle VDA-Mitglieder zufrieden. Aus Branchenkreisen war am Freitag zu hören, es solle maßgeblich Kritik von Volkswagen gewesen sein, die letztlich zum Rücktritt des 63-Jährigen führte. Kürzlich hatte auch der „Spiegel“ unter Berufung auf einen hochrangigen Manager berichtet, dass es „Defizite in der politischen Unterstützung“ für die Industrie gebe: Der VDA verkaufe sich unter Wert, Mattes sei nicht eng genug mit den Entscheidungsträgern in Berlin und Brüssel vernetzt. 

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