Wirtschaft

Finanzen Südamerikanischer Staat reagiert auf Hyperinflation

Venezuela streicht Nullen

Archivartikel

Caracas.Angesichts der galoppierenden Inflation in Venezuela will die sozialistische Regierung fünf Nullen aus der Landeswährung streichen. Zudem soll der Bolívar künftig an die neue Kryptowährung Petro gekoppelt sein, sagte Präsident Nicolás Maduro. Aus einer Million Bolívar werden also künftig zehn Bolívar.

Da es auf den internationalen Devisenmärkten kaum Nachfrage nach Bolívar gibt, lässt sich der tatsächliche Wert nur schlecht ermitteln. Die venezolanische Zentralbank gibt den offiziellen Wechselkurs mit 143 000 Bolívar je Dollar an. Derzeit kostet ein US-Dollar auf dem Schwarzmarkt in Venezuela laut dem Portal „Dolar Today“ aber etwa 3,5 Millionen Bolívar. Das Portal wird unter anderem von dem US-Wirtschaftsprofessor Steve Hanke beraten.

Das ölreichste Land der Welt steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen Korruption und Misswirtschaft verfügt Venezuela kaum noch über Devisen, um Lebensmittel oder Medikamente zu importieren. Zuletzt prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) für das laufende Jahr eine Inflationsrate von einer Million Prozent. Die Streichung der Nullen aus der Währung ist freilich kein adäquates Mittel, um die Inflation zu bremsen. dpa