Wirtschaft

Klima Energiehändler im Südwesten für einfachere Förderung / Deutliche Einsparungen möglich

Verband: Alte Öl-Heizungen austauschen

Frankfurt.Die Energiewende und mehr Klimaschutz sind nur möglich, wenn es auch zu einer Wende am Wärmemarkt kommt. „Dabei spielen die privaten Haushalte eine wichtige Rolle“, sagt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes Energiehandel Südwest (VEH), eines der hierzulande wichtigsten Verbände des Mineralölhandels. Aber nach wie vor hapert es in Deutschland mit Blick auf umweltfreundlichere und verbrauchsärmere Heizungen. „75 Prozent der bundesweit rund 5,5 Millionen Öl-Heizungen sind älter als 20 Jahre und entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik“, sagt Funke.

Als Ursache nennt er auch den Dschungel von möglichen Fördermaßen und „unausgegorene“ Vorschläge aus der Politik, wie etwa die jüngst von CDU-Chefin Annegret Kamp-Karrenbauer ins Gespräch gebrachte Abwrackprämie für alte Ölheizungen. Jedes Jahr werden, wie Funke am Donnerstag in Frankfurt sagte, nur ein bis 1,5 Prozent der Ölheizungen ausgetauscht und neue Brennwertkessel eingebaut. Mit Blick auf den überalterten Bestand von rund 4,1 Millionen sind das zwischen gut 40 000 und knapp 60 000 Anlagen. Rein rechnerisch würde der komplette Austausch damit 100 Jahre dauern.

Viele Anlagen im Südwesten

Vom jährlichen Endenergie-Verbrauch der privaten Haushalte von 665 Terawattstunden (TWh) entfallen laut VEH 462 TWh auf die Raumwärme und weitere 96 TWh auf Warmwasser. Ein Austausch von überalterten Ölheizungen hätte vor allem in Baden-Württemberg und Bayern erhebliche Effekte. Gut 16 Prozent aller Anlagen werden in Baden-Württemberg betrieben und sogar knapp 24 Prozent in Bayern, während es etwa in Berlin nur 1,2, in Brandenburg nur 2,2 und in Sachsen 3,5 Prozent sind.

Im Schnitt verbraucht eine moderne Brennwertheizung nach Angaben von Funke etwa 50 Prozent weniger Öl als eine 1999 installierte Anlage. Bezogen auf ein Wohnhaus sind mit einer Hybridheizung, also einer Öl-Brennwertheizung mit Einbindung einer Solarthermieanlage und einem Kaminofen, Einsparungen des Energieverbrauchs des gesamten Hauses von 28 bis 50 Prozent möglich.

Mit Blick auf den Heizölpreis kommen vom Verband gute Nachrichten für die Verbraucher. Der Preis für einen Liter Heizöl bei Abnahme von 3000 Liter ist auf deutlich unter 70 Cent gesunken und liegt damit zehn Prozent niedriger als vor einem Jahr. Bei etwa diesem Niveau dürfe es bis zum Jahresende bleiben, sagt Funke. Belastungen durch geopolitische Unsicherheiten würden durch die negativen Aussichten für die Weltkonjunktur ausgeglichen. Wegen des niedrigen Preises lassen die Verbraucher deshalb ihre Tanks füllen. Händler kommen kaum nach, die Lieferzeiten liegen aktuell bei sechs bis sieben Wochen.

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