Wirtschaft

Fluglinie Gewerkschaft fordert besseren Schutz vor Jobverlusten / Hälfte der Flotte soll im Sommer wieder abheben

Verdi warnt vor Lufthansa-Zerschlagung

Frankfurt.Nach der Rettung durch den deutschen Staat gehen bei der Lufthansa die harten Verhandlungen über Einsparungen beim Personal weiter. Die Gewerkschaft Verdi verlangte am Montag für die rund 35000 von ihr vertretenen Beschäftigten einen besseren Schutz vor Jobverlusten und warnte vor einer Zerschlagung des Konzerns.

Die hatte zuletzt Großaktionär Heinz Hermann Thiele noch einmal ins Gespräch gebracht, der am vergangenen Donnerstag mit der Masse der übrigen Aktionäre einen Einstieg des deutschen Staats in das Unternehmen ermöglicht hatte. Mit Hinweis auf die stark gestiegene Zins- und Schuldenlast verlangte der Milliardär in Interviews, Töchter wie die Lufthansa-Technik und die Catering-Tochter LSG Sky Chefs auf den Prüfstand zu stellen.

Die LSG steht schon seit längerem zum Verkauf, während die Wartungstochter als wertvolles Tafelsilber gilt. Hier ist auch ein (Teil-)Börsengang in der Diskussion.

Bei den Beschäftigten gebe es eine große Bereitschaft, für die Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa einzustehen, erklärte die Verdi-Vizevorsitzende Christine Behle am Montag. Sparbeiträge seien angeboten worden. Die Menschen erwarteten aber im Gegenzug Sicherheit. „Die Beschäftigten können es sich nicht leisten, dem Unternehmen einen Blankoscheck auf ihre eigene Zukunft auszustellen.“ Auch existenzgefährdende Lohnverluste will die Gewerkschaft auf keinen Fall hinnehmen.

Verdi verhandelt als eine von insgesamt drei Gewerkschaften über Sparbeiträge der Beschäftigten zur Bewältigung der Corona-bedingten Flaute. Sie vertritt vor allem das Boden- und Technikpersonal. Für die Kabine hat die Gewerkschaft Ufo bereits eine Vereinbarung getroffen und bei den Piloten ist die Vereinigung Cockpit noch in Verhandlungen.

Unterdessen fährt Lufthansa ihren Flugbetrieb wieder hoch. Das Unternehmen veröffentlichte am Montag seinen Flugplan bis zum 24. Oktober dieses Jahres. Dann soll etwa jedes zweite Flugzeug der Konzernmarken wieder in der Luft sein, rund 380 von 760 Jets. Geflogen würden über 40 Prozent des früheren Programms, eindeutiger Schwerpunkt ist der Mittelmeerraum. 

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