Wirtschaft

Verhärtete Fronten

Archivartikel

Will der Streit einfach kein Ende nehmen, bleibt manchmal nichts anderes als die Trennung. Das wird sich Metro-Chef Olaf Koch gedacht haben, als er einen Schlussstrich unter die Verhandlungen im Tarifkonflikt zwischen Real und ver.di gezogen hat. Die Fronten waren dermaßen verhärtet, dass eine Lösung in weite Ferne gerückt ist. An der jetzigen Misere haben beide Parteien Schuld.

Die Gewerkschaft ver.di will nicht von ihren Maximalforderungen abrücken. In der Handelsbranche entsprechen die jedoch nicht mehr der Realität. Dass nur noch ein Bruchteil der Handelsunternehmen nach Tarif bezahlt, ist auch ein Zeichen für den harten Wettbewerb, der herrscht. In solchen Zeiten demonstrativ Stärke zu zeigen, ist nicht unbedingt die beste Lösung.

Allerdings zeugt auch die harte Linie des Metro-Chefs nicht von Verhandlungswillen. Der Handelskonzern will vor allem bei den Lohnkosten einsparen, ohne auch noch an anderen möglichen Stellschrauben zu drehen. Die Metro sollte sich aber ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den 34 000 Mitarbeitern bewusst sein. Billiglöhne sind deshalb auch keine Option.

Zum Thema