Wirtschaft

Umwelt Verbrauch der Tragetaschen erneut gesunken

Verzicht auf Plastiktüten

Berlin.Kleine Gebühr, beachtliche Wirkung: Die Plastiktüte an der Ladenkasse wird immer seltener nachgefragt. Pro Kopf verbrauchten die Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr noch 24 Tüten – das waren fünf weniger als im Jahr zuvor, wie die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung ermittelt hat. Die Gesamtzahl der verbrauchten Plastiktüten ging um etwa 400 Millionen auf zwei Milliarden zurück. 2016 lag der Verbrauch noch bei 45 Tüten pro Kopf, 2015 sogar bei 68. Hintergrund ist, dass viele Händler die Tragetaschen nicht mehr umsonst an Kunden ausgeben, sondern freiwillig Geld verlangen.

Umstrittene Hemdchenbeutel

Die mit dem Handel vereinbarte Bezahlpflicht wirke, könne aber nur der Anfang sein, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Die SPD-Politikerin will im Herbst eine weitere Vereinbarung schließen, die insbesondere bei Obst und Gemüse für weniger Verpackungen sorgen soll. In Geschäften liegen nicht nur eingeschweißte Gurken, Tomaten und Möhren in Plastikschalen und Orangen in Netzen in der Auslage. Kunden packen die Früchte auch oft in kleine, besonders leichte Tütchen – wegen ihrer Form heißen sie auch Hemdchenbeutel. Die sind nicht Teil der Vereinbarung zwischen Handel und Regierung, es gibt sie weiter umsonst. Und sie bleiben beliebt: 2017 griffen die Deutschen im Schnitt 39 Mal pro Kopf zu.

Ein Verbot dieser Tüten – das der Handel zurückweist – hatte zuletzt Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) gefordert und dafür Unterstützung von Umweltverbänden erhalten. Die Einweg-Plastiktüte sei ein „Symbol für unsere umweltschädliche Wegwerf- und Konsumkultur“, heißt es etwa beim Naturschutzbund BUND. Es bringe aber nichts, Plastiktüten einfach durch Papiertüten zu ersetzen, weil die in der Herstellung die Umwelt genauso belasteten. Nötig sei ein echter Richtungswechsel hin zu Mehrweg-Lösungen. dpa