Wirtschaft

RheinEnergie Große gemeinsame Ziele wurden verfehlt

Vom Traumpartner zur schnöden Finanzbeteiligung

Mannheim.Die Beziehung zwischen der Mannheimer MVV Energie und der RheinEnergie aus Köln lässt sich mit der ein oder anderen Ehe vergleichen – zu Beginn voller Leidenschaft, doch im Lauf der Jahre nimmt das Interesse aneinander spürbar ab. Anfang 2008 strotzten die beiden strategischen Partner vor Selbstbewusstsein und rechneten damit, von einer bevorstehenden Neuordnung der deutschen Energiebranche profitieren zu können.

Stadtwerke-Verbund als Vision

Zu dieser Zeit ging nicht nur der damalige RheinEnergie-Chef und heutige RWE-Vorstandsvorsitzende Rolf Martin Schmitz (kleines Bild) von einem bevorstehenden Stadtwerke-Sterben aus. Gemeinsam, so die Vision, könnten MVV und die – gemessen am Umsatz – etwa gleich große RheinEnergie durch Übernahmen einen nationalen Stadtwerke-Verbund schmieden. Diese Fantasie entzündete sich zum Beispiel an der zum Verkauf stehenden Eon-Stadtwerketochter Thüga.

Doch wie aus diesem Geschäft wurde auch aus anderen ins Spiel gebrachten Kooperationen langfristig nichts, etwa aus der MVV-Beteiligung an einem neuen Gaskraftwerk in Köln-Niehl. Umgekehrt blieb der mehrfach bekräftigte Wunsch der RheinEnergie, ihre Beteiligung an der MVV aufzustocken, unerfüllt.

Ließen sich beim Kraftwerksprojekt noch ungünstige politische Rahmenbedingungen geltend machen, mussten beide Unternehmen feststellen, dass sich die geplanten Synergieeffekte in den Bereichen Beschaffung, Stromhandel oder Dienstleistungen über die räumliche Distanz zwischen Mannheim und Köln nicht realisieren ließen – womit die Beziehung spürbar abzukühlen begann.

„Hier scheint ein groß angekündigter Energie-Tiger als Bettvorleger gelandet zu sein“, kritisierte die FDP-Fraktion im Kölner Stadtrat schon 2010. Vollends begraben wurden die hochfliegenden Pläne durch RheinEnergie im Jahr 2014: Die Kölner schrieben Millionen auf den Wert ihres MVV-Aktienpakets ab und betrachteten den Anteil fortan nur noch als reine Finanzbeteiligung. (BILD: dpa)

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