Wirtschaft

Elektromobilität II Heidelberger Druck baut Ladestationen

"Vom Wachstum profitieren"

Mannheim/Heidelberg.Rainer Hundsdörfer ist der Ansicht, dass die Elektromobilität in Deutschland an einem Wendepunkt steht. Neue Richtung: vorwärts. "Elektroautos werden eine echte Option für mehr und mehr Autofahrer", sagt der Vorstandschef der Heidelberger Druckmaschinen laut Mitteilung. Das Unternehmen will "von diesem Wachstumsmarkt profitieren".

Es hat eine "Wallbox" - also eine Wandladestation - entwickelt, die auch Endverbraucher nutzen können. Sie kann in der Garage oder in einem Carport angebracht werden. In dem Stromschalter arbeitet eine Software, die dafür sorgen soll, dass Elektrofahrzeuge effizient aufgeladen werden.

Nun drängt sich die Frage auf, warum sich ein Hersteller von Druckmaschinen mit Technik für Elektroautos beschäftigt. Wie funktioniert das in der Produktion? "Unsere Leistungselektronik, um Druckmaschinen zu steuern, hat ähnliche Elemente wie die einer Ladestation", erklärt ein Sprecher. "Wir haben das Wissen dafür." Heidelberger Druck sei schon seit Jahren Zulieferer der Autoindustrie. Am Standort Wiesloch existiere eine eigene Fertigungslinie dafür.

Bedarf dürfte steigen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gibt es in Deutschland rund 25 000 Ladepunkte. Für das einst geplante Ziel von einer Million Elektroautos im Jahr 2020 würden aber fünf Mal so viele Stationen benötigt. Der Bedarf wäre also da.

Heidelberger Druck plant deshalb, die Sparte in Zukunft auszubauen. Zunächst wird das Einstiegsmodell der Wandladestation - das unter anderem über Einzelhandelsketten vertrieben werden soll - zu einem Premium-Modell weiterentwickelt. "Dazu sind wir offen für Partnerschaften mit Energieversorgern und Kommunen", erklärt Technologie-Chef Stephan Plenz.

Im Gegensatz zu Stromtankstellen, die oft bei Unternehmen oder vor Behörden installiert sind, sind Wandladestationen einfacher aufgebaut und hauptsächlich für den Einsatz im Innenraum entwickelt.