Wirtschaft

Bremsenhersteller Unternehmen und Arbeitnehmervertreter schließen Zukunftsvereinbarung / Betriebsbedingte Kündigungen bis 2023 ausgeschlossen

Wabco investiert Millionen in Standort Mannheim

Mannheim.Gute Nachrichten in der Adventszeit: Der Bremsenhersteller Wabco investiert 8,9 Millionen Euro in seinen Standort Mannheim. Die Investitionssumme wird dafür verwendet, eine 4500 Quadratmeter große Produktionshalle in Mannheim-Friedrichsfeld zu errichten. Gleichzeitig soll ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum entstehen. Zu dieser Zukunftsvereinbarung haben sich am Dienstag Unternehmenvertreter, Betriebsrat und IG Metall geeinigt.

Feste Quote für Auszubildende

Der amerikanisch-belgische Konzern Wabco baut in Mannheim mit rund 350 Beschäftigten vor allem Radbremsen für Lastkraftwagen. Zwei weitere deutsche Standorte befinden sich in Hannover und Gronau. „Mit dieser neuen Investition werden wir die Produktion als auch den Entwicklungsstandort modernisieren, um Prozesse in der gesamten Wertschöpfungskette zu optimieren und die Entwicklung neuer Technologien voranzutreiben“, sagte Jürgen Heller, Geschäftsführer von Wabco Deutschland. Die Bauarbeiten sollen 2020 beginnen und voraussichtlich zwei Jahre dauern. In der Zukunftsvereinbarung wurde auch der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis zum Jahr 2023 festgeschrieben. Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter haben zudem eine Quote für die Einstellung von Auszubildenden pro Ausbildungsjahr und die Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis bei Wabco festgelegt.

„Dies ist ein großer Erfolg für alle Beteiligten sowie für Mannheim und die ganze Region“, sagte Thomas Hahl, zweiter Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Mannheim. „In immer rauer werdenden wirtschaftlichen Zeiten ist uns gelungen, Sicherheit im Wandel für die Beschäftigten zu gewährleisten und eine tragfähige Zukunftsperspektive für Wabco in Mannheim zu vereinbaren. Die Stadt hat uns beraten, was machbar, ist und letztlich eine Zusage zur Baugenehmigung erteilt. Für die Unterstützung möchte ich mich bedanken.“

„Eine Wahnsinnsnachricht“

Der Betriebsratsvorsitzende von Wabco in Mannheim Markus Doberstein sprach indes von einer „Wahnsinnsnachricht“. „Die Kolleginnen und Kollegen erhalten damit in den nächsten Jahren Sicherheit und Perspektive sowie einen echten Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. Wir gestalten die Transformation der Wirtschaft durch neue Produkte und Produktionsbedingungen. Gleichzeitig sichern wir den betrieblichen Nachwuchs in Zeiten des Fachkräftemangels.“

Die Aktionäre von Wabco haben im Juni dieses Jahres einer Übernahme durch den drittgrößten deutschen Automobilzulieferer ZF zugestimmt. ZF Friedrichshafen will Wabco für rund 6,2 Milliarden Euro erwerben. Die beiden Unternehmen teilten mit, dass die Transaktion Anfang 2020 vollzogen wird.

Der Zulieferer würde sich damit Kompetenzen für Nutzfahrzeug-Bremssysteme sichern, die das Unternehmen für das automatisierte Fahren braucht und bisher selbst nicht hat. Zusammen kämen ZF und Wabco auf einen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro – und würden damit auf Augenhöhe mit den Marktführern Bosch und Continental stehen.

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