Wirtschaft

Online-Handel Konzern wirft Retouren wie Elektrogeräte weg

Warenentsorgung bringt Amazon harsche Kritik ein

München/Frankenthal.Der Online-Versandkonzern Amazon ist wegen der Entsorgung von Retouren und nicht verkauften Artikeln in die Kritik geraten. In den deutschen Warenlagern des US-Unternehmens würden in großem Umfang Waren entsorgt, berichteten ZDF und „Wirtschaftswoche“. Dazu zählten Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen, Handys, Tablets, Matratzen und Möbel.

Dem Bericht zufolge kritisierten mehrere Mitarbeiter, auch funktionstüchtige, teils sogar neue Produkte würden zerstört. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth forderte Amazon laut Bericht auf, die Vorwürfe aufzuklären: „Das ist ein riesengroßer Skandal, denn wir verbrauchen auf diese Weise Ressourcen mit allen Problemen insgesamt auf der Welt.“

Amazon erklärte dazu, für zurückgegebene oder nicht verkaufte Produkte gebe es mehrere Programme, um die Entsorgung weiter zu reduzieren. „Wenn Produkte nicht verkauft, weiterverkauft oder gespendet werden können, arbeiten wir mit Aufkäufern von Restbeständen zusammen, die diese Waren über andere Kanäle weiterverkaufen.“ Amazon bereitet derzeit auch die Inbetriebnahme eines Logistikzentrums in Frankenthal vor. Der Umschlag in der 139 000 Quadratmeter großen Halle soll im August oder September beginnen, ursprünglich geplanter Termin war Ende März. Mittelfristig sollen bis zu 2000 neue Jobs entstehen.

250 Millionen Rücksendungen

Die hohe Zahl der Retouren ist für Online-Händler generell ein Problem, da viele Kunden Waren quasi zur Ansicht kaufen – diese Artikel gehen oft beschädigt oder mit Gebrauchsspuren zurück. Die Universität Bamberg schätzte die Zahl der von Kunden zurückgeschickten Sendungen in Deutschland bereits für das Jahr 2012 auf 250 Millionen. Seither hat der Online-Handel noch stark zugenommen.