Wirtschaft

Technologie Bis 2022 sollen insgesamt 60 000 Fahrzeuge auf die Straße kommen / Strategie noch für dieses Jahr angekündigt

Wasserstoffautos: Bund sieht Industrie in der Pflicht

Archivartikel

Berlin.Die Bundesregierung will die Entwicklung von Wasserstofftechnologie voranbringen und sieht dabei die Autobranche in der Pflicht. Ziel sei, in den Jahren 2021/22 insgesamt 60 000 Wasserstoff-Autos ans Netz zu bringen, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Dienstag auf einer Konferenz in Berlin. „Jetzt muss die Automobilindustrie bezahlbare Fahrzeuge auf den Markt bringen und den Menschen zeigen, dass die Technik zuverlässig funktioniert“, sagte er. Wasserstoff sei einer der Kraftstoffe der Zukunft.

Bis zum Jahresende will die Bundesregierung eine Wasserstoff-Strategie vorlegen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte, dadurch sollten nicht nur Klimaschutz und Energiewende vorangebracht werden. „Wir wollen, dass Deutschland bei den Wasserstofftechnologien die Nummer eins in der Welt wird“, sagte er. Das sei wichtig im Hinblick auf die Energiewende, aber auch zur Sicherung von Hunderttausenden Arbeitsplätzen.

Bei der Entwicklung klimafreundlicher Autos will die Bundesregierung zweigleisig fahren und zugleich auf bessere Batterien für E-Fahrzeuge und die Wasserstofftechnologie setzen. „Am Ende werden wir immer erleben, dass sich die wirtschaftlichste Lösung in einem Bereich durchsetzt“, sagte Altmaier. Es gebe einen Innovationswettbewerb zu immer kleineren und leistungsfähigeren Batterien, aber zugleich einen Wettbewerb, die Wasserstoffbatterie so zu entwickeln, dass sie ihr volles Potenzial entfalte.

Wasserstoff wird mittels einer Brennstoffzelle als Antriebsart genutzt. Grundprinzip ist die Verbrennung von Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser. Bei dem Prozess entstehen Strom und Wärme. Die erzeugte Energie treibt einen Elektromotor an. Außer Wasserdampf kommt nichts aus dem Auspuff.

Aber wie beim E-Auto muss man sich die gesamte Energiebilanz ansehen: Reinen Wasserstoff gibt es auf der Erde wenig, man muss ihn erst – oft durch starke Energiezufuhr – aus Verbindungen lösen. Dabei können große Mengen von klimaschädlichem CO2 freigesetzt werden. 

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