Wirtschaft

Konjunktur Zahl der Bestellungen im ersten Halbjahr um neun Prozent gesunken / Auch Inlandsgeschäft lässt nach

Weniger Aufträge für Maschinenbauer

Archivartikel

Frankfurt.Der Strukturwandel in der Autoindustrie, Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltwirtschaft bremsen die Geschäfte der deutschen Maschinenbauer. Im ersten Halbjahr gingen neun Prozent weniger Bestellungen bei der exportorientierten Industriebranche ein als im Vorjahreszeitraum, wie der Maschinenbauverband VDMA am Montag in Frankfurt mitteilte. Sowohl im Inland als auch im Ausland hielten sich die Kunden mit Aufträgen zurück. Der Ordereingang sank um jeweils neun Prozent.

Internationale Handelsstreitigkeiten, die Unwägbarkeiten des Brexits und politische Konflikte wie mit dem Iran sorgen für Unsicherheit. Der Handelsstreit zwischen den USA und China war am Montag weiter eskaliert. Nur wenige Tage nach der Ankündigung neuer Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump konterte China mit einer Abwertung seiner Währung.

Auslastung weiter hoch

Konjunkturexperte Olaf Wortmann sprach von einem enttäuschenden ersten Halbjahr: „Unsicherheit ist Gift für das Investitionsklima“, sagte er. Zugleich bekommen die Maschinenbauer den tiefgreifenden Wandel ihres größten Kunden – der Autoindustrie – wegen der Elektromobilität zu spüren.

Zwar sind die Produktionskapazitäten der Maschinenbauer noch vergleichsweise gut ausgelastet. Der Auslastungsgrad liegt dem VDMA zufolge leicht über dem langjährigen Durchschnitt. Allerdings gaben 27 Prozent der Unternehmen an, sie könnten mehr produzieren, wenn sie mehr Aufträge hätten. Im Juni sank der Auftragseingang, bereinigt um Preiserhöhungen (real), um fünf Prozent. Es war der sechste Rückgang in Folge seit Jahresbeginn. Eine Trendwende scheint nicht in Sicht.

Die Maschinenbauer in Baden-Württemberg haben den Abschwung in der Branche im ersten Halbjahr besonders stark gespürt. Die Auftragseingänge für den Zeitraum von Januar bis Juni lagen 14 Prozent unter dem Vorjahreswert. Stornierungen auf breiter Front sehe man zwar noch nicht, sagte der Geschäftsführer des baden-württembergischen Verbands, Dietrich Birk. Aber viele Firmen warteten angesichts der Unsicherheiten ab. Der VDMA hatte jüngst seine Prognose gekappt: Die Branche rechnet nun mit einem Produktionsrückgang von zwei Prozent. dpa

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